30 Jahre Klimazeitreihe von Neumayer
Klima ist von der Welt Meteorologie Organisation WMO als Mittel über eine Periode von 30 Jahren definiert. Diese 30 Jahre hat das Meteorologie-Observatorium Neumayer nunmehr erreicht: Seit 1982 liegen 30 Jahresmittel der 3-stündigen synoptischen Bodenbeobachtungen vor, siehe Abbildung.
Von den 87.656 möglichen Beobachtungsterminen aus diesem Zeitraum liegen 87.617 Beobachtungen vor: eine Verfügbarkeit von 99.955%.
Die Mitteltemperatur der letzten 30 Jahre von Neumayer beträgt -16.0°C. Sie wird in 2 m Höhe über der Schneeoberfläche mit Hilfe eines künstlich ventilierten Thermometers gemessen. Bei dem Thermometer handelt es sich um einen Temperatur empfindlichen Widerstand aus Platin welcher Computer gesteuert ausgelesen wird. Die Stabilität des Systems wird regelmäßig mittels Eichthermometern überprüft.
Das Jahr 1996 war mit -14.3°C das wärmste, 2000 mit -17.8°C das kälteste der letzten 30 Jahre. Verglichen damit ist die erfasste Temperaturabnahme gering. Auch andere Stationen in der Antarktis melden eine leichte Abkühlung. Im Gegensatz dazu verzeichnen Stationen im Bereich der Antarktischen Halbinsel eine deutliche Erwärmung. Über die Ursachen diese Unterschiede wird momentan noch spekuliert. Weitere Messungen und Forschungsanstrengungen sind notwendig, um diesen Sachverhalt zu klären.
Erstmalig Temperaturen unter -50°C
Zum ersten Mal seit dem Beginn der kontinuierlichen Wetterbeobachtungen an Neumayer im Jahr 1981 fiel die Lufttemperatur unter -50°C. Am frühen Morgen des 8. Julis 2010 ergab die über eine Minute gemittelte Lufttemperatur 2 Meter über der Schneeoberfläche -50.2°C. Das anhaltend windschwache und wolkenfreie Wetter – eine Rarität bei Neumayer – und die wegen der Polarnacht fehlende Sonneneinstrahlung hat zu diesem Extremereignis geführt.
Eisbergkollision 2010
Bruchstücke des Ross-Schelfeises, die an der Kante des Ekström-Schelfeises in der Antarktis vorbei treiben, haben eine lange Reise um den antarktischen Kontinent hinter sich. Jetzt kollidierte ein Eisberg mit dem Schelfeis und verursachte Risse. In diesem Video können Sie die Drift der Eisberge B15-F (Mitte Januar) und B15-K (Mitte Februar) an der Schelfeiskante vor der Neumayer-Station III ansehen. (Satellitendaten: ENVISAT-ASAR, European Space Agency (ESA) / Alfred-Wegener-Institut)
Das akustische Observatorium zeichnete die abgebildeten Geräusche der Kollision auf. Nachzuhören sind sie im Audio-Stream der Kollision. Ein 30 Sekunden langer Ausschnitt des Unterwassergeräusches der Kollision, aufgezeichnet vom PALAOA Observatorium am 11. Februar 2010 um 16:48. Die Verstärker sind zeitweise durch die große Lautstärke des Signals übersteuert (oben), das Observatorium ist primär ausgelegt, die viel leiseren Rufe von Walen und Robben in bis zu hundert Kilometern Entfernung zu entdecken. Das Spektrogramm (unten) zeigt die Frequenzbestandteile, aus denen das Geräusch besteht. Es liest sich ähnlich wie eine musikalische Partitur, oben sind die hohen Töne, unten die Tiefen. Die Helligkeit markiert die Lautstärke. Graphik: Lars Kindermann, Alfred-Wegener-Institut
Erstes Anheben von der Neumayer-Station III (20. Nov. 2009)
Zum ersten Mal wurde Neumayer_III angehoben, um den jährlichen Schneezutrag zu kompensieren. Ein keines Video - erstellt aus den Bildern der Web-Cam - zeigt diesem Vorgang. Die Bilder wurden am 20. November 2009 in der Zeit von 9:40 - 15:20 Uhr Weltzeit aufgenommen.
Großer Eisberg tuschiert die Ostseite der Atkabucht
Ende Oktober 2009 tuschierte ein großer Eisberg (36X23 km) die Ostseite de Aktabucht. Dem National Ice Center folgend wird der Eisberg C19c genannt. Er ist Teil des Eisberges C19 welcher im May 2002 vom Ross-Schelfeis kalbte. Ein kleines Video - erstellt von Dr. Angelika Humbert Uni Münster und Dr. Christine Wesche, AWI Bremerhaven - zeigt diesen Vorfall.
Image Credit: esa - European Space Agency






