Der aufregende Transport der Neumayer-Station III in die Antarktis
Interviews mit Dr. Hartwig Gernandt, Leiter der Logistik-Abteilung des Alfred-Wegener-Insituts, und mit Polarstern-Kapitän Uwe Pahl über den Transport der Forschungsstation Neumayer III in die Antarktis
17. Januar 2008
Die Interviews führte Dr. Susanne Diederich
In einer der unwirtlichsten Gegenden dieser Welt eine Forschungsstation zu bauen ist eine große Herausforderung. Die neue deutsche Antarktisstation Neumayer III ist ein Beispiel für ein solches Projekt. Dr. Hartwig Gernandt ist als Leiter der Logistikabteilung im Alfred-Wegener-Institut für den Bau und Transport der Station verantwortlich. Während der Bau der Station in Bremerhaven reibungslos verlaufen ist, stellte sich der Transport als etwas schwieriger heraus. Gestern, am 16. Januar, ist das Frachtschiff Naja Arctica jedoch wohlbehalten mit der 3500 Tonnen schweren Fracht an der Schelfeiskante in der Atka-Bucht angekommen und kann jetzt entladen werden. Den glücklichen Ausgang hat das Projekt dem Forschungseisbrecher Polarstern und seinem Kapitän Uwe Pahl zu verdanken. Polarstern konnte eine Schneise in das meterdicke Meereis brechen und so den Weg zur Schelfeiskannte frei brechen.
Herr Gernandt, die Fahrt der Naja Arctica verlief ja von Bremerhaven bis in die Antarktis zunächst problemlos, oder?
Gernandt: Antwort hören (0:44 min)
Die besondere Eissituation in der Atka Bucht hat dann ja zunächst das Anlegen und Entladen des Frachtschiffes verhindert. Hätte man dies vorhersehen können?
Gernandt: Antwort hören (1:23)
Die Polarstern, das Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts, ist ein Eisbrecher und konnte der Naja Arctica den Weg zum Schelfeis frei brechen. Wie verlief der Polarstern-Einsatz, Herr Gernandt?
Gernandt: Antwort hören (0:44)
Wie lange wird das Entladen der Naja Arctica noch dauern? Wann fährt die Naja Arctica wieder zurück?
Gernandt: Antwort hören (0:56)
Welche Bedeutung hat die 4-wöchige Verzögerung für das Bauprojekt? Kann Ihrer Meinung nach der geplante Umzug von der jetzigen Neumayer-Station in neue Station wie geplant Anfang 2009 stattfinden?
Gernandt: Antwort hören (1:23)
Das Gespräch mit Kapitän Uwe Pahl an Bord von Polarstern musste über eine Satellitenverbindung geführt werden. Wir bitten die schlechte Tonqualität zu entschuldigen.
Herr Pahl, Polarstern kann das meterdicke Meereis durch Rammen brechen. Wie funktioniert das?
Pahl: Antwort hören (1:00 min)
Wie schnell kann Polarstern durch das Eis brechen?
Pahl: Antwort hören (1:27 min)
Das Eis brechen sieht auf Fernsehbildern sehr beeindruckend aus. Das Schiff fährt auf das Eis zu und auf das Eis drauf, dann bricht es mit lautem Knacken durch die Eisschicht durch. Wie fühlt sich das an, wenn man auf dem Schiff ist?
Pahl: Antwort hören (1.01 min)
Das Aufbrechen des Meereises bis zur Anlegestelle hat mehrere Tage gedauert. Haben Sie befürchtet, dass Polarstern auf halber Strecke im Eis einfrieren und bewegungsunfähig werden könnte?
Pahl: Antwort hören (1:30 min)
Um der Naja Arctica zu Hilfe zu kommen musste das wissenschaftliche Programm an Bord von Polarstern für eine Woche unterbrochen werden. Konnten Sie diese Arbeiten inzwischen wieder aufnehmen?
Pahl: Antwort hören (0:53 min)
Eine der wissenschaftlichen Arbeitsgruppen konnten ihre geplanten Messungen aufgrund der Hilfsleistung nicht im geplanten Umfang durchführen. Wie ist denn im Moment die Stimmung an Bord?
Pahl: Antwort hören (0:34 min)
Sie können das Interview mit Kapitän Pahl auch komplett anhören (7:13 min).



