Das Alfred-Wegener-Institut steht hinter dem Ziel, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen
Die globale Erwärmung ist eindeutig, und der Temperaturanstieg der letzten 50 Jahre ist mit hoher Wahrscheinlichkeit überwiegend zurückzuführen auf die CO2-Emmissionen durch menschliche Aktivitäten. Durch diese wurde der CO2-Gehalt der Atmosphäre in 200 Jahren um 100 ppm erhöht. Diese Menge entspricht einem Übergang von der Eiszeit zur Warmzeit, der üblicherweise in der Natur in mehreren tausend Jahren abläuft. Inzwischen ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre so hoch wie er seit mehreren Millionen Jahren nicht mehr gewesen ist.
Die Direktorin und weitere führende Klimawissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts fordern die Bundesregierung auf, das internationale Ziel einer Begrenzung der globalen Erwärmung um maximal 2 Grad Celsius mit allem Nachdruck weiterhin zu verfolgen. Prof. Karin Lochte und Prof. Peter Lemke hoffen auf eine Stabilisierung der Atmosphäre bei etwa 450ppm CO2 bis zum Jahr 2050, wozu mindestens eine Halbierung der globalen CO2-Emissionen notwendig ist.
Klar ist: Nur dadurch, dass das allgemeine 2 Grad Ziel mit Entschlossenheit verfolgt wird, sind die Auswirkungen der Klimaänderung für einen Großteil der Menschheit noch tolerierbar. Aber selbst bei einer mittleren globalen 2 Grad Erwärmung werden die regionalen Ausprägungen sehr unterschiedlich sein und wir können schwerwiegende regionale Klimaänderungen nicht ausschließen. Als Polarforschungsinstitut sind wir besonders über die Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis besorgt, denn hier werden lokal stärkere Temperaturerhöhungen erwartet. Die grönländischen Eismassen würden sehr viel stärker abschmelzen und den Meeresspiegel viel stärker erhöhen als bisher angenommen. Verlust des Meereises im arktischen Ozean und Verringerung der Permafrostgebiete sind weitere massive Veränderungen, die nicht nur den Lebensraum der Arktis sondern auch das Klima in Europa und global sehr stark beeinflussen werden. Aus diesem Grund müssen wir uns sowohl an die CO2-Reduktionsziele halten als auch Anstrengungen unternehmen, Anpassungsstrategien zu entwickeln.
Links:
Interview vom 29.10.09 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Klimakonferenz „Klima im System Erde“
Interview vom 17.11.09 in der Süddeutschen Zeitung u.a. mit Prof. Peter Lemke
Interview vom 3.11.09 in der Süddeutschen Zeitung mit Prof. Karin Lochte
Erklärung führender Geo- und Klimawissenschaftler
IPCC-Bericht


