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Alfred Wegener mit Pfeife, Foto von 1929. Foto: Alfred-Wegener-Institut

Raucher und Dichter

Wegener hat auf der Expedition 1906/08 mit dem Rauchen begonnen. Auf Kritik antwortete er mit einem Lobgedicht auf den Tabak, das wie folgt beginnt:

 

Ich lobe mir die kurze Pfeife!

Damit der Geist nicht ziellos schweife,

Und die Probleme fest ergreife,

So daß die Arbeit richtig reife, ….

 

Eine besondere Vorliebe hegte Wegener für die Lyrik Christian Morgensterns. Er selbst versuchte sich zu konkreten Anlässen gelegentlich mit humorvoll, komischen Gedichten – zum Beispiel:

 

Auf hoher See Hipp! Hipp! Hurra! Wir fahren nach Amerika!

Wir stampfen gegen Wind und See, sieben Meilen Fahrt, Herrjemineh!

Windstärke neun von vorn o Schreck! Wir nehmen Wasser über Deck.

Doch wenn erlahmt des Sturmes Kraft, entfaltet sich die Wissenschaft.

Der Doktor schon zu diesem Zwecke, füllt den Ballon hier in der Ecke.

Erst muss er tüchtig >Auftrieb< kriegen, dann läßt ihn der Professor fliegen.

Das weitere ist gar nicht schwer: Man guckt von unten hinterher.

Und rechnet dann im Kämmerlein, wie wohl der Wind mag oben sein.


 

In luftiger Höhe

Alfred Wegener und sein Bruder waren begeisterte Ballonfahrer. Im Jahr 1906 gelang ihnen ein besonders langer Ballonflug. Schlecht mit Kleidung und Proviant ausgerüstet, landeten sie von Hunger und Kälte gezeichnet erst nach 52,5 Stunden, womit sie den damals gültigen Weltrekord um 17 Stunden überboten hatten.


 

Vom Blitz getroffen

Wegeners erster meteorologischer Artikel erschien schon im Jahr 1905 und schildert den Einschlag eines Blitzes in eine Drachenstafette, bei der sechs Drachen mit über 9000 Metern Draht in der Luft standen. Der oberste Drachen trug die selbstregistrierenden Instrumente. Als Wegener wegen eines aufziehenden Gewitters mit dem Einholen begann, sah er plötzlich einen Feuerstrahl unter explosionsähnlichem gewaltigen Zischen längs dem Draht bis zu der zwei Meter vor ihm befindlichen äußersten Ablaufrolle herunterfahren. Wegener hatte Glück und entging einer Verletzung. Der Draht war allerdings vollständig verglüht.


 

Zu Fuß und mit dem Schlitten

Auf der dänische Mylius-Erichsen Expedition 1906-08 in Nordostgrönland hat Alfred Wegner innerhalb von 90 Reisetagen 1500 km per Hundeschlitten zurückgelegt. Mit dem Handschlitten war er 43 Tage unterwegs, wobei er rund 500 km zurücklegte.

Bei der Querung Grönlands 1912/13 auf etwa 77°N musste er zusammen mit seinen Kollegen Koch, Vigfuß und Larsen gut 1200 km marschieren, wobei der größte Teil auf Skiern in Höhen um 3000 Meter bewältigt wurde. Die eigentliche Querung des Inlandeises dauerte 75 Tage.


 

Bis zum bitteren Ende

Als sich Alfred Wegener und seine Expeditionskammeraden Anfang Juli 1913 am Ende der Grönlandquerung der Westküste näherten, war das letzte verbliebene Pferd, Grauni, sehr geschwächt. Die Männer hatten sich aber in den Kopf gesetzt, dieses Pferd unbedingt zu retten.

Unter dem 28. Juni heißt es in Wegeners Tagebuch: … Etwa zwei Kilometer legten wir auf eine originelle Weise zurück, für welche wir – soweit mir bekannt ist – die Priorität besitzen: Wir packten Grauni auf den Schlitten und banden ihn dort fest, und dann zogen wir selbst den Schlitten! … Nach diesem ersten Versuch, wie Wegener es nannte, wurde Grauni in den folgenden Tagen noch mehrfach auf dem Schlitten transportiert. Das Pferd hat aber die Westküste nicht erreicht. Unter dem 4. Juli heißt es: Wir haben schon lange kein Brot mehr gegessen, sondern alles an Grauni abgetreten, wir haben uns mit kleinen Tagesmärschen begnügt, wo wir mit Hilfe des Segels große hätten machen können, wir haben ihn auf den Schlitten gelegt und selbst gezogen – viele Meilen – und nun stirbt er uns eine Meile vor dem Depot.


 
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