Wie alle weltweiten Lebensräume unterliegen auch Meeresökosysteme einem steten Wandel. Dieser ist teils natürlich bedingt, aber auch in einem zunehmenden Maße durch den Menschen beeinflusst. In meiner Forschungsarbeit versuche ich die Veränderungen und ihre Ursachen aufzuzeigen, natürliche Prozesse von anthropogenen abzugrenzen und stelle die daraus gewonnen Erkenntnisse Umweltbehörden und der Öffentlichkeit zur Verfügung. Derzeit widme ich der Einschleppung gebietsfremder Arten in Kombination mit dem Klimawandel besondere Aufmerksamkeit.

Wie wirken sich menschliche Aktivitäten auf die Wechselbeziehungen zwischen Organismen und Arten aus? Dieser Frage gehe ich anhand von Freilandbeobachtungen und Laborexperimenten nach. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den Folgen des Klimawandels und der Verschmutzung der Ozeane durch Kunststoffabfälle. Mein geographischer Schwerpunkt liegt in den Küstengewässern der gemäßigten Breiten. Im Rahmen internationaler Kooperationen werden jedoch auch andere Meeresregionen und ihre Organismen untersucht.

Müll-im-Meerforschung am AWI Helgoland (Foto: Tristan Vankann)

Immer mehr anthropogene Einflüsse verursachen dramatische Veränderungen in der Nordsee. Dazu gehören eine ansteigende Tendenz von Krankheitserregern und auch die Belastung durch Mikroplastik Partikel. Plastik bestimmt unseren Alltag und gelangt vielseitig in die Meere. Hier zerfallen Plastikprodukte in kleinste Partikel, die von Organismen aufgenommen werden und vielseitige Effekte verursachen. Diese Belastungen bestimmen derzeit meine Forschungsschwerpunkte. 

Ich interessiere mich für die Ökologie zoobenthischer Gemeinschaften und insbesondere deren Interaktionen mit ihrer Umwelt. Momentan untersuche ich die Eignung verschiedener Indikatoren für Signale der benthischen Gemeinschaften und inwiefern diese Belastungsgradienten in den deutschen Küstengewässern abbilden. Darüber hinaus verfolge ich auch experimentell-ökologische Ansätze, für die ich insbesondere Amphipoden (Flohkrebse) als Modelorganismen verwende, um entsprechende Fragestellungen zu untersuchen.

studierte Biologie in Bremen und Göttingen und verfasste ihre Diplomarbeit über ein angewandt ökologisches Thema im Wattenmeer am Senckenberg Institut in Wilhelmshaven. Nach der Promotion an einem Max-Planck-Institut in Göttingen folgte ein Post Doc Aufenthalt in den USA, bevor sie in heimische Gewässer zurückkehrte und sich mit verschiedenen Aspekten der Ökologie benthischer Organismen im Wattenmeer beschäftigte. Seit 2009 gilt ihr Hauptinteresse eingeschleppten, nicht-heimischen Arten (Neobiota), die zunehmend die heimischen Lebensgemeinschaften verändern. Sie ist verantwortlich für ein spezifisches Monitoring-Vorhaben, mit dem neu auftretende Neobiota in Küstengewässern zeitnah erfasst und ihre Ausbreitung überwacht wird. Sie ist in verschiedene nationale und internationale Expertengruppen eingebunden.

Tobias hat Geographie mit Studienschwerpunkt „Ökologie und Umwelt“ an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Monash University, Melbourne studiert. 2004 ging er zur Wattenmeerstation Sylt des AWI und fertigte hier seine Doktorarbeit über langfristige Veränderungen im Wattenmeer an, wobei er Dynamiken von Lebensräumen (Habitaten) sowie von Küstenlinien und Wattsedimenten untersuchte. Nach der Promotion 2008 fokussierte er sich auf die Küstenökologie und befasst sich hier primär mit Seegraswiesen im Wattenmeer. Da Seegraswiesen ökologisch bedeutsame wie auch sehr empfindliche Habitate sind, interessiert ihn ihr aktueller Zustand und ihre langzeitliche Entwicklung sowie die Frage, wie sie in Zukunft auf einen rasch steigenden Meeresspiegel reagieren werden. Zur Klärung dieser Fragen läuft Tobias jedes Jahr im Sommer mehrere Wochen durchs Watt und untersucht dort die Seegrasbestände. Um den Kontakt zu seinem erlernten Fach jedoch nicht zu verlieren, engagiert sich Tobias seit 2011 zudem in der Lehre am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Mein Interesse gilt seit jeher allem, was im und am Boden des Meeres lebt, insbesondere den Polychaeten. Angefangen hat alles im Zoologischen Institut und Museum der Universität Hamburg, wo ich mit der Formenvielfalt und der manchmal nicht ganz einfachen Taxonomie der Polychaeten in Berührung kam. Nach meiner Promotion habe ich während eines guten Jahrzehnts in Woods Hole (USA) mein Forschungsgebiet von der Deutschen Bucht in die Tiefsee des nordwestlichen Atlantiks und nordöstlichen Pazifiks ausgeweitet, bin dann, wieder von Hamburg aus, in die Tiefsee des Südozeans gefahren und schließlich im Oktober 2011 im AWI angekommen. Seitdem bin ich an einem Monitoringprojekt beteiligt, das sich auf das Benthos der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee bezieht. Der Kreis hat sich also geschlossen, und meine taxonomische Expertise hat sich dabei von den Polychaeten auf das gesamte Makrozoobenthos der Deutschen Bucht ausgeweitet.

Monika Hellwig-Armonies

Nach dem Studium der Biologie und Geographie in Göttingen kam ich durch mein spezielles Interesse an Meeresökologie nach Sylt. Hier untersuchte ich zunächst die Meiofauna in Stränden, Watten und Salzwiesen, insbesondere Plathelminthen und Nematoden. Später erweiterte sich das Arbeitsgebiet auf die Biodiversität des Makrobenthos der Nordsee. Zur Zeit bin ich an einem durch das BfN geförderte Monitoring-Projekt zum Makrozoobenthos der Nordsee beteiligt.

Sonja Anslinger (BTA)

Sonja arbeitet als Biologische Technische Assistentin am Alfred-Wegner Institut. Ihre Aufgabengebiete umfassen Molekularbiologie, Zellkultur und Systematik (marine Zoologie). Bei den Forschungsarbeiten der Studenten im Watt hilft sie gerne.