Die Observatorien der Neumayer-Station III
Das meteorologische Observatorium führt Strahlungs- und Klimamessungen durch. Die Strahlungsmessungen sind Teil eines globalen Beobachtungsnetzwerkes, das langfristige Änderungen des Strahlungshaushaltes der Erde und deren Auswirkungen erkennen helfen soll. Alle drei Stunden werden die Wetterdaten an andere Stationen in der Antarktis und an das globale meteorologischen Datennetzwerk GTS übertragen, wo sie zum Beispiel in Wettervorhersagen eingehen.
Seit 1992 gehören auch vertikale Ozonprofile zu den regelmäßigen Beobachtungen.
Das geophysikalische Observatorium erfasst Erdbeben überall auf der Erde und registriert fortlaufend die zeitlichen Fluktuationen des Magnetfelds sowie die tidenabhängigen Bewegungen des Eisschelfs. Zusätzlich werden an bis zu 80 km entfernt gelegenen Stationen detaillierte Untersuchungen lokaler Erdbeben durchgeführt. Das Observatorium beherbergt auch die Infraschallstation IS27.
Das Spurenstoff-Observatorium misst atmosphärische Konzentrationen von Spurengasen wie Ozon und winzigen Staubpartikeln in der Luft. Die isolierte Lage macht es zu einer wertvollen Referenzstation für Messungen bei extremer Luftreinheit. Das Forschungsprogramm ist flexibel, so dass neue analytische Methoden und aktuelle Probleme der Luftchemie schnell eingebunden werden können. Die Nähe zur Eiskante erlaubt den Nachweis von Stoffen, die der Ozean in die Atmosphäre entlässt.
Das Perennial Acoustic Observatory in the Antarctic Ocean (PALAOA) zeichnet kontinuierlich die Unterwassergeräuschkulisse nahe der Schelfeiskante auf. Die Daten werden über einen WLAN Link zur 13 km entfernten Neumayer Station übertragen, dort zwischengespeichert und als hoch komprimierter Livestream via Satellit nach Bremerhaven übertragen.
Mit diesen akustischen Langzeitaufnahmen wurde erstmals die Möglichkeit geschaffen, ganzjährig das akustische Repertoire und Verhalten von Walen und Robben in einem vom Menschen nahezu ungestörten Lebensraum zu erforschen. Über die Bioakustik hinaus, werden derzeit insbesondere Häufigkeit und Intensität von natürlichen Hintergrundgeräuschen, die beispielsweise durch kalbendes Schelfeis oder kollidierende Eisberge hervorgerufen werden,untersucht.







