Die Expedition ARK-XXV/3
Wochenberichte
8. August 2010: Auf Transit ins Messgebiet: Reykjavik – Baffin Bay
15 August 2010: Ein Gerichtsentscheid und seine Auswirkungen
23. August 2010: Kurs Nordwest – Melville Bay
29. August 2010: Das erste refraktionsseismische Profil ist komplett
5. September 2010: Vor Thule in Grönlands Norden
12. September 2010: Nördlichster Punkt der Reise - 80°N
19. September 2010: Vom Smith Sound Richtung Süden
26. September 2010: Vor Abschluss der Arbeiten
3. Oktober 2010: Auf Heimatkurs
Zusammenfassung und Fahrtverlauf
Der 3. Fahrtabschnitt der Polarstern-Expedition ARK-XXV beginnt am 31. Juli 2010 in Reykjavik und führt in die nördliche Baffin Bay. Die Fahrt endet am 10. Oktober in Bremerhaven.
Schwerpunkt des wissenschaftlichen Forschungsprogramms bilden multidisziplinäre geowissenschaftliche Untersuchungen zur Klärung des strukturellen Aufbaus und der tektonischen Entwicklung der nördlichen Baffin Bay sowie der angrenzenden Kontinentränder vom Nordteil von Baffin Island bis Ellesmere Island auf kanadischer Seite und dem konjugierenden Kontinentrand Grönlands.
Der gegenwärtige Kenntnisstand zur plattentektonischen Entwicklung der Baffin Bay und der nördlich angrenzende Nares Strait im Paläozän und Eozän läßt grundlegende geodynamische und tektonische Fragen offen, die sich aus der Überlagerung der bislang bekannten Dehnungsstrukturen in der Baffin Bay und den quer dazu verlaufenden Kompressionsstrukturen des Eureka-Faltengürtels in Nordgrönland und Ellesmere Island ergeben. Die zeitliche Abfolge von Krustendehnung und Kompression in Zusammenhang mit einer Rotation der grönländischen Platte sowie die magmatischen Ereignisse im Laufe dieser Entwicklung sind dabei von Bedeutung für die Bildung weiträumiger sedimentärer Becken in der nördlichen Baffin Bay.
Die Zeitlichkeit und Ablauf dieser plattentektonischen Prozesse ist aber auch von Bedeutung für den Flachwasseraustausch zwischen dem arktischen und dem atlantischen Ozean. Die geodynamische Rekonstruktion der Öffnung dieses arktischen Gateways bildet somit die Grundlage für paläobathymetrische Modelle und darauf aufbauende Vorstellungen zu Änderungen globaler Strömungsprozesse und die Paläoklimaentwicklung.
Durch Einsatz seismischer, gravimetrischer und magnetischer Methoden sollen den Öffnungsprozess charakterisierende dominante Verwerfungszonen lokalisiert, die Geometrie und physikalische Eigenschaften von Kruste und oberem Mantel, sowie die Stratigraphie sedimentärer Strukturen analysiert werden. Darauf aufbauend soll ein strukturelles und sedimentäres Entwicklungsmodell für die Öffnungsgeschichte der Baffin Bay abgeleitet werden.
Die marinen Arbeiten werden flankiert durch eine aeromagnetische Kartierung im Bereich Jones Sound und der angrenzenden kanadischen Küstenregion um Devon Island unter Nutzung der Helikopter des Forschungseisbrechers Polarstern.
Als Projektpartner sind in dieses Vorhaben, das unter Federführung der BGR durchgeführt wird, das AWI Bremerhaven und der Geological Survey of Canada eingebunden.


