Nordostgrönländischer Kontinentalschelf

Ein Projekt der Arbeitsgruppe Bathymetrie am AWI untersucht die spätglazialen Eisausbreitung und das Rückzugsverhalten des Eisschildes auf dem Nordostgrönlandischen Kontinentalschelf anhand glazigener Strukturen auf dem Meeresboden. Derzeit gibt es indirekte Studien die eine minimale Ausdehnung des Eisschildes bis auf den inneren Schelf bis zu einer maximalen Ausdehnung bis zum äußeren Schelf bzw. bis zur Schelfkante nahe legen. Direkte Beweise, wie z.B. glazigene Strukturen, die die Fließrichtung, Fließgeschwindigkeit und Rückzugsgeschichte der nordostgrönländischen Gletscher anzeigen können, sind jedoch bisher kaum vorhanden. Im Zuge der Untersuchungen der Arbeitsgruppe Bathymetrie am AWI werden alle Fächerecholotdaten untersucht, die in den letzten beiden Dekaden mit FS Polarstern in diesem Gebiet gesammelt worden sind. Diese Untersuchungen sollen dazu beitragen, die Ausdehnung des Eisschildes im Bereich Nordostgrönlands während des letzten glazialen Maximums sowie dessen anschließenden Rückzug vom Schelf in die Fjorde besser zu verstehen.

Neben einem verbesserten Verständnis der späteiszeitlichen Dynamik des grönländischen Eisschildes können die Untersuchungen dazu beitragen die Reaktion eines Eisschildes im Rahmen eines sich verändernden Klimas zu verstehen. Dies ist von großer Bedeutung, um die Konsequenzen aktueller Änderungen der grönländischen und antarktischen Eisschilde verlässlicher modellieren und vorhersagen zu können.

Das Arbeitsgebiet vor Nordost-Grönland (Grafik: Jan Erik Arndt)