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3. Wochenbericht, 16.05.2011

Erstes Expeditionsteam auf Samoylov 2011 (Zubrzycki, Schreiber, Langer, v.l.) mit Grey dem Stationshund (Foto: Sebastian Zubrzycki)

 

Liebe Freunde und Leser,

schon wieder ist eine ereignisreiche Woche verstrichen. Leider mussten wir uns schon am Dienstag von Sebastian Zubrzycki verabschieden. Sebastian hat mit dem wohl letzten Lkw-Transport, der von Tiksi über die gefrorene Lena nach Samoylov möglich ist, die Insel verlassen und wird morgen über Jakutsk die Heimreise antreten. Da er heute Geburtstag hat, wünschen wir ihm alles Gute und hoffentlich einen wunderschönen Tag in Tiksi. Mit dem Lkw durften wir auch einen weiteren Bauarbeiter auf Samoylov begrüßen, sodass noch immer sechs     Lena- Delta  Reservats)  die  kleine Insel bewohnen. Die erwarteten Bautätigkeiten scheinen sich allerdings noch in der intensiven Vorbereitungsphase zu befinden. Im Moment sind die Aktivitäten der Bauarbeiter eher auf den Indoor-Bereich beschränkt.

Auch unsere Tätigkeiten haben sich in der letzten Woche zunehmend in Stationsnähe abgespielt. Nachdem ausreichend Bohrkerne und Eisblöcke an verschiedenen Standorten der Insel entnommen wurden, ging es daran, das Probenmaterial für weitere Analysen und den Transport aufzubereiten. Sebastian Zubrzycki hat in Rekordzeit und langen Nachtschichten Scheibchen aus den Bohrkernen gesägt, diese Proben anschließend getrocknet und vakuumverpackt. Er kam so auf einen Durchschnitt von ca. 75 spd (samples per day) und deplatzierte damit Moritz Langer. Moritz brauchte ca. 6 Tage um 250 kleine Eiswürfel aus den großen Eisblöcken zu Sägen und zu Schnitzen und erlangte somit lediglich einen Wert von 42 spd. Über solch geringe spd-Werte kann sich Peter Schreiber allerdings nur wunderen, mit seinem Eddy-Kovarianz-System werden 20 Mal pro Sekunde die Windge-schwindigkeit, die Lufttemperatur, die Luftfeuchte, die Kohlenstoffdioxid- und Methankonzentration gemessen (1728000 spd). Kritiker dieses Wettstreites mögen einwerfen, dass hier Birnen mit Äpfeln verglichen werden. Wir müssen an dieser Stelle jedoch erwähnen, dass wir diesen Leistungsvergleich natürlich nicht ernst gemeint haben. Denn hinter jeder Probe steckt teils ein deutlich anderer Arbeitsaufwand.

Die vergangene Woche war geprägt von meist zweistelligen negativen Temperaturen, viel Wind und vereinzelten kleinen Schneefällen. Der Holzumsatz im Ofen stieg merklich an, da die kalte Luft durch die vielen kleinen Lücken und Spalten in den Wänden in unsere Station eindringen konnte. Ein Sturm aus dem Süden brachte gestern wärmere Temperaturen, aber auch viel Schnee mit sich. Wir hoffen nun, da sich der Sturm gelegt hat und die Temperaturen an unserem Stationsthermometer endlich über den Gefrierpunkt geklettert sind, auf einen baldigen Frühling.

Viele Grüße senden Euch,

Sebastian Zubrzycki, Peter Schreiber, Moritz Langer, Grey und die Bauarbeiter


 
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