Hummer auf Helgoland

Bereits in den 1990er Jahren bauten Forscher im Ökolabor des Alfred-Wegener-Instituts auf Helgoland Becken für die Aufzucht des Helgoländer Hummers auf. Hier züchten sie Tiere aus dem Ei über freischwimmende Larven bis hin zu Junghummern, damit sie für ihre Forschung keine Tiere aus dem Freiland fangen müssen. Im Fokus der Wissenschaftler stehen beispielsweise Entwicklung, Wachstum, Verhalten und Physiologie dieser Krebstierart.

Viele Insulaner und Gäste interessieren sich für Helgolands Wappentier und möchten es unterstützen. Seit dem Jahr 2008 bietet die Biologische Anstalt Helgoland des Alfred-Wegener-Instituts gemeinsam mit der Gemeinde Hummerpatenschaften an. Neben einer Urkunde erhält jeder Pate die Möglichkeit, „seinen“ Hummer zu besuchen und sich über die Biologie der Art zu informieren. Außerdem können die Paten dabei sein, wenn die Hummer in die Freiheit entlassen werden. Denn die Jungtiere wachsen im Labor lediglich ein knappes Jahr lang bis zu einer Größe von etwa vier Zentimetern heran. Danach werden sie – versehen mit einer Farbmarkierung, um sie beim Wiederfang identifizieren zu können – vor der Insel ausgesetzt.

Bildergalerie und Video zeigen Impressionen aus der Hummerzucht und vom Aussetzen. Das nächste Hummeraussetzen finden am 23. August 2015 statt. Informationen zu den Patenschaften gibt es auf dieser Webseite der Gemeinde Helgoland.

Video: Auf in die Freiheit

Am AWI-Helgoland züchten Wissenschaftler Hummer zu Forschungszwecken. Unter anderem untersuchen sie, wie gut Zuchthummer im Freiland überleben und wie schnell sie wachsen. Über den Anteil markierter zu unmarkierten Hummern beim Wiederfang lassen sich Rückschlüsse auf die Populationsgröße ziehen. Das Video begleitet markierte Hummer, die in Transporteimern auf dem Motorboot Aade in Richtung ihrer neuen Heimat fahren. Im Aussetzgebiet angekommen, setzen Forscher sie über die Bootskante in die Nordsee - und die bodenlebenden Tiere machen sich auf den Weg zum Meeresgrund.

Kamera und Schnitt: Uwe Nettelmann