Wissenschaftsjahr „Nachgefragt“

Wie kann man Korallenriffe schützen? Was passiert mit den Zellen in unserem Körper, wenn wir altern? Und wie kann man die öffentlichen Verkehrsmittel günstiger machen? Das Wissenschaftsjahr 2022 widmet sich unter dem Motto „Nachgefragt!“ den Themen, die Bürgerinnen und Bürger ganz persönlich beschäftigen. Bis zum 15. April können Fragen online eingereicht werden, die Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Gesellschaft ergänzen und diskutieren. Am Ende sollen sich daraus Zukunftsfelder für die Forschung und die Politik ergeben. Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts vertritt im Science Panel die Perspektive der Wissenschaft.

Der Ideenlauf

Klimawandel, Energiewende, Gesundheit – viele Herausforderungen begegnen Menschen unmittelbar in ihrem Alltag und werfen Fragen auf, auf die sie gemeinsam mit Wissenschaft und Politik Antworten finden müssen. Deshalb gibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit seinem Wissenschaftsjahr 2022 „Nachgefragt!“ Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit beim „IdeenLauf“ ihre Fragen direkt an die Wissenschaft zu stellen. Dafür können sie bis zum 15. April ihre Fragen an die Wissenschaft über das Fragenformular auf der Webseite des Wissenschaftsjahres einreichen.

In der nächsten Etappe des Ideenlaufs sichten fünf Fachjurys, Forschende (Science Panel) und 30 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger (Citizen Panel) die eingereichten Fragen. Sie diskutieren, sammeln ähnliche Fragen in Clustern und ergänzen sie mit fachlichen Informationen. Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) ist eine von dreizehn Forschenden im Science Panel, das die Perspektive der Wissenschaft vertritt.

Die Ergebnisse fassen die beiden Panels in Clusterpapieren zusammen. Anschließend sind wieder die Bürgerinnen und Bürger gefragt: In einem digitalen Beteiligungsprozess, der Online-Konsultation, können sie vier Wochen lang die Clusterpapiere kommentieren und bewerten. Die Fachjurys sichten und ergänzen im Anschluss die Ergebnisse. Aus den Clusterpapieren entsteht ein voller Pool neuer Ideen für Forschung und Politik, der in einem Bericht festgehalten wird. Im Herbst 2022 wird dieser an Politik und Forschung übergeben, die überprüfen, wie sie den Input der Bürgerinnen und Bürger umsetzen können. Das Ergebnis dieser Prüfung soll im Frühjahr 2023 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Und was kommt dann...? Kinder erzählen Klimageschichten

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen, vor der alle Generationen unserer Gesellschaft stehen. Doch wie können wir auch den Jüngeren das Thema auf eine positive und kreative Art nahebringen und sie an Wissen teilhaben lassen, das ihre Zukunft beeinflussen wird? Eine Möglichkeit stellt das Alfred-Wegener-institut im Projekt „Und was kommt dann? Kinder erzählen Klimageschichten“ vor. Hier können Schulkinder ihre ganz eigene Geschichte über die Zukunft der Arktis erzählen.

Unterstützt werden sie dabei von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des AWI. In einer Erzählwerkstatt haben sie gemeinsam mit einer Erzählpädagogin eine kurze Geschichte darüber verfasst, warum es in Bremerhaven nicht mehr so oft schneit und was die Vorgänge in der Arktis damit zu tun haben. Wie die Geschichte ausgeht, entscheiden nun Schulkinder aus Bremen und Bremerhaven. Um sie dabei zu unterstürzen, besuchen AWI-Forschende an zwei Thementagen im Juni 2022 Kindergärten und Schulen. Dort geben sie eine kurze Einführung in ihre Arbeit und in die Arktis, bringen Polarkleidung zum Reinschlüpfen, Experimente und Spiele mit. Erzählpädagoginnen begleiten die Kinder auf ihrem Weg zu ihrer eigenen Arktis-Geschichte.

Am Ende vertont die Band „D!E GÄNG“ die neue Arktis-Geschichte in einem Kinderlied. Mit „Und was kommt dann? Kinder erzählen Klimageschichten“ will das AWI Kindern den Klimawandel auf eine positive, kreative Art und vor allem auf Augenhöhe nahebringen und sie an Wissen teilhaben lassen, das ihre Zukunft beeinflussen wird. Das BMBF fördert das Projekt im Rahmen des Wissenschaftsjahrs „Nachgefragt“.

#MeineFragefürdieWissenschaft