Arten- und Naturschutz sowie Ausgaben in Milliardenhöhe: Darum geht es beim 15. Biodiversitätsgipfel der Vereinten Nationen in Montreal vom 7. bis 19. Dezember 2022. 

Bis 2030 das Artensterben stoppen, 30 Prozent der Erdoberfläche zu Naturschutzzonen erklären, den Einsatz von Pestiziden um zwei Drittel verringern und jährlich 500 Milliarden Dollar weniger in umweltschädliche Subventionen stecken: Diese und weitere Ziele stehen im Entwurf für das internationale Rahmenabkommen zur Biodiversität, das 196 Staaten Ende Dezember in Montreal beschließen wollen. 

So sollen Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschützt und die Biodiversität erhalten werden, die Menschheit in Einklang mit der Natur gebracht und deren Zerstörung aufgehalten werden. Die beteiligten Staaten treffen sich nach pandemiebedingten Verschiebungen zur 15. Vertragsstaatenkonferenz.

Wieso ist die Biodiversitäts-Konferenz so wichtig fürs Klima?

Während Klimaschutz in aller Munde ist, erfahren Artenschutz und biologische Vielfalt gesellschaftlich wie politisch weniger Aufmerksamkeit – obwohl beide auf die Beschlüsse der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 zurückgehen. So werden, anders als bei der Weltklimakonferenz im November in Ägypten, in Montreal voraussichtlich keine Staats- und Regierungschefs auftreten. Geplant ist, dass vom 15. bis 17. Dezember 2022 die Umweltminister die Verhandlungen beschließen.

„Der im Entwurf zur COP 15 enthaltene Anteil von 30 Prozent Schutzgebieten im Meer ist nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für den Klimaschutz von wesentlicher Bedeutung“, sagt Ute Jacob vom Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität (HIFMB). Sie ist Mitautorin des Global IPBES-Assessment zu Biodiversität und Ökosystemleistungen. Dieser Bericht zeichnet einen dramatisches Bild: Unter anderem beziffert er die Zahl der vom Aussterben bedrohten Arten auf eine von geschätzt acht Millionen Arten. 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meeresfläche sind durch menschlichen Einfluss verändert worden, über 85 Prozent der Feuchtgebiete gingen in den letzten 300 Jahren verloren, und die weltweite Waldfläche ist gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter um rund ein Drittel kleiner.

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