Weltklimarat: Sonderbericht zu Ozean und Kryosphäre

Report wird am 25. September in Monaco vorgestellt.

Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) trifft sich vom 20. bis 23. September 2019 zu seiner 51. Plenarsitzung im Fürstentum Monaco, um seinen neuen Sonderbericht zu den Ozeanen und der Kryosphäre im Klimawandel zu verabschieden. Zwei Tage später soll das neue Gutachten auf einer Pressekonferenz (25. September, 11 Uhr Ortszeit Monaco) der Öffentlichkeit vorgestellt werden.  

Der neue Sonderbericht (Originaltitel: IPCC Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate (SROCC)”) wird darlegen, wie deutlich sich der Klimawandel bereits in den Weltmeeren, in den Polargebieten, in den dicht bewohnten Küstenregionen sowie in den Hochgebirgsregionen zeigt und welche Bedeutung diese Veränderungen schon jetzt und künftig für Ökosysteme und Menschen in aller Welt haben werden. 

Im Fokus des Berichtes werden deshalb eine Reihe drängender Themen stehen, darunter die Erwärmung der Weltmeere und der drohende Verlust vieler Fischarten, die schrumpfenden Eismassen in der Arktis und Antarktis und ihr Beitrag zum globalen Meeresspiegelanstieg, der Rückgang des Meereises und seine Folgen für die Ökosysteme in den Polargebieten sowie das Schmelzen der als Wasserreservoir so bedeutsamen Hochgebirgsgletscher.

Für diesen Bericht haben in den zurückliegenden drei Jahren rund 104 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 36 Ländern das aktuelle Wissen zu den physikalischen Prozessen und den Auswirkungen des Klimawandels auf die Ökosysteme von Ozeanen, Küsten, Polar- und Gebirgsregionen zusammengetragen und bewertet. Außerdem zeigen sie die Folgen für die Gesellschaft und die verbleibenden Anpassungsmöglichkeiten auf. Das Sondergutachten soll Politikern und anderen Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Gesellschaft helfen, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel in zukünftigen Beschlüssen zu berücksichtigen, Anpassungsmaßnahmen voranzutreiben und auf diese Weise die Risiken der bereits ausgelösten Veränderungen zu minimieren. 

Der neue Sonderbericht entstand in enger Zusammenarbeit zwischen den Arbeitsgruppen I und II des Weltklimarates. Diese wurden wissenschaftlich und organisatorisch durch ein Team unterstützt, welches am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), angesiedelt ist und seinen Sitz in Bremen hat. Zu den führenden Autoren des Berichtes gehört AWI-Meeresbiologe Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner. Er hat als Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe II des Weltklimarates (IPCC) die Arbeiten zu dem Sondergutachten mit angeleitet.

Eis und Ozean sind Grundpfeiler des Lebens auf der Erde

Mit dem neuen Bericht hebt der Weltklimarat die besondere Bedeutung der Meere und Eismassen für das Leben auf der Erde hervor. Das Überleben der gesamten Bevölkerung hängt direkt oder indirekt von den Ozeanen sowie den Eiswelten der Polarregionen und der Hochgebirge ab. Meere und Kryosphäre beeinflussen maßgeblich das Wetter und Klima unseres Planeten. Sie bremsen bislang auf unterschiedliche Weise die Erderwärmung, liefern Nahrung und Trinkwasser für Abermillionen Menschen, dienen als Energiequelle, Transportweg sowie als Ort der Erholung und unterliegen im Zuge des Klimawandels schon längst grundlegenden Veränderungen. „Wir sehen heute bereits die Folgen von einem Grad Erwärmung: Die Meeresspiegel steigen, die Eisschilde in Grönland und der Antarktis schrumpfen, Klimazonen und Ökosysteme werden verlagert – und das wirkt sich auch auf die Lebensräume, Artenvielfalt und den Menschen aus und die negativen Veränderungen werden sich in Zukunft noch verstärken, wenn wir den menschengemachten Klimawandel nicht bremsen", sagte Prof. Hans-Otto Pörtner am 29. August 2019 bei einem Pressegespräch in Berlin.

Informationen für Pressevertreter 

Detaillierte Informationen zu den Kernaussagen des neuen IPCC-Sonderberichtes werden erst im Rahmen seiner Vorstellung am 25. September bekanntgegeben. Interviewwünsche mit Leitautoren wie AWI-Meeresbiologe Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner koordiniert die IPCC-Pressestelle. Weiterführende Informationen zur Anmeldung von Interviewwünschen gibt es hier.Über die IPCC-Webseite (Media Advisory) können sich Journalisten zudem für die Pressekonferenz in Monaco akkreditieren und Zugriff auf Infomaterial unter Sperrfrist erhalten. Die Pressekonferenz wird aber auch in einem Livestream übertragen werden, für den keine vorherige Anmeldung notwendig ist

Von der Tiefsee bis in die Atmosphäre: Eis und Ozean sind AWI-Kernthemen 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) forschen zu nahezu allen Themenfeldern des neuen IPCC-Sonderberichts. Führende AWI-Experten stehen deshalb interessierten Pressevertretern im Vorfeld der Veröffentlichung sowie im Anschluss gern für Hintergrundgespräche zum aktuellen Stand des Wissens in ihren jeweiligen Disziplinen zur Verfügung.Die Wissenschaftler werden vor der Berichtsveröffentlichung jedoch keine Angaben zu möglichen Inhalten des Sondergutachtens machen und dieses auch nicht kommentieren. Erste allgemeine Einschätzungen zum Sachstand finden Sie hier. Konkrete Aussagen zum Bericht selbst werden erst nach dessen Veröffentlichung am 25. September 2019, 11 Uhr Ortszeit Monaco, möglich sein.

Einladung zur Diskussionsveranstaltung auf der REKLIM-Konferenz in Berlin

Anlässlich der Veröffentlichung des neuen IPCC-Sonderberichtes zum Ozean und der Kryosphäre (SROCC) lädt der Helmholtz-Verbund Regionale Klimaänderungen am 25. September 2019 im Rahmen seiner Jubiläumskonferenz zu einer öffentlichen Diskussionsrunde in das Umweltforum Berlin (Pufendorfstraße 11, 10249 Berlin) ein. Die Veranstaltung beginnt um 14:45 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Gastredner werden sein:

·      Prof. Hans-Otto Pörtner, AWI-Meeresbiologe und Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe II des Weltklimarates (per Videoschalte aus Monaco), 

·      Prof. Anders Levermann, Klimaforscher am Potsdamer Institut für Klimafolgeforschung und Leitautor des Kapitels „Sea Level Change“ im 5. Weltklimabericht,

·      Prof. Beate Ratter, Forscherin an der Universität Hamburg und dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht sowie Leitautorin des SROCC-Kapitels „Extremes, Abrupt Changes and Managing Risks“

·      Dr. Ingo Sasgen, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut und Experte für die Massenbilanzen der Eisschilde in der Arktis und Antarktis. 

Mehr Informationen zu dieser Sonderveranstaltung finden Sie hier (auf englisch)

Der Begriff Kryosphäre leitet sich vom griechischen Wort „kryos“ ab, welches mit „kalt“ oder „Eis“ ins Deutsche übersetzt werden kann. In der Klimaforschung steht „Kryosphäre“ für die gefrorenen Komponenten des Systems Erde. Dazu gehören das Meereis, die Eisschilde und Schelfeise, die Gebirgsgletscher, der Schnee, der Permafrost sowie die Eisdecken auf Binnengewässern wie Seen und Flüssen.  

Weiterführende Informationen finden Sie auf folgenden Internetseiten:

·         Offizielle IPCC-Webseite zum neuen Sonderreport auf Englisch:  https://www.ipcc.ch/report/srocc/

·        Informationen zum Sonderbericht auf der Webseite der deutschen IPCC-Koordinierungsstelle: https://www.de-ipcc.de/252.php

·        Presseinformationen der deutschen IPCC-Koordinierungsstelle zu SROCC: https://www.de-ipcc.de/media/content/Presseinfo_SROCC.pdf

·        Hintergrundinformationen aus dem DKK-Presse-Briefing im Vorfeld der Berichts-Veröffentlichung mit Prof. Hans-Otto Pörtner (IPCC, Arbeitsgruppe II), Prof. Angelika Humbert (AWI) und Prof. Detlef Stammer (CEN):https://www.deutsches-klima-konsortium.de/de/ipcc-ar6/uebersicht-ar6.html#c5017

·        Ansprechpartner in der AWI-Pressestelle.

Ulrike Windhövel

+49 (471) 4831 2008

Ulrike.Windhoevel@awi.de