OLAMUR

Offshore Low-Trophic Aquaculture in Multi-use Scenario Realisation in North and Baltic Seas

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ökosysteme und die Bevölkerungen zeigen, dass eine Abkehr von fossilen Energien hin zu erneuerbaren Energien wie Wind- oder Sonnenenergie notwendig ist. Darüber hinaus sind die weltweite Ernährungssicherheit sowie gesunde Meeresökosysteme ernsthaft gefährdet, da die Produktion mariner Ressourcen nicht mehr allein durch die bereits belastete Ökosysteme und extraktive Methoden, wie die Fischerei, aufrechterhalten werden kann. So machen beispielsweise in Deutschland die Importe von Meeresfrüchten aus anderen Ländern bis zu 80 % des jährlichen Verbrauchs an Meeresfrüchten aus. 

Ein Ansatz ist das Potenzial von aquatischen Nahrungsmitteln niedertrophischer Organismen (Aquakultur von extraktiven Organismen z.B. Filtrierer) (LTA), der durch umfangreiche wissenschaftliche Belege gestützt wird. Dieser kann die Ernährungsunsicherheit in einem sich wandelnden Klima verringern, wichtige Ökosystemleistungen erbringen und die Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung ermöglichen. Um diese Ziele zu erreichen, bietet die Ausweitung der aquatischen Lebensmittel LTA zur Steigerung der Meeresfrüchteproduktion nicht nur neue Chancen in bisher unerschlossenen Regionen und Umgebungen, sondern kann auch die Vorteile des Meeresraums in einem Mehrzweckansatz (MultiUse, MU) maximieren, beispielsweise durch die Kombination von Windparkflächen mit Aquakultur oder sogar einer integrierten multitrophischen Aquakultur (IMTA).

Das Hauptziel von OLAMUR (Offshore Low-trophic Aquaculture in Multi-Use scenario Realisation) ist es, nachhaltige kommerzielle Lösungen für die Nord- und Ostsee aufzuzeigen und dabei wichtige Sektoren im Zusammenhang mit MU-LTA zusammenzu- bringen. Das Projekt startete im Januar 2023 mit drei Pilotstudien, zwei in der Ostsee und eine in der Nordsee. Unter den 25 Partnern aus verschiedenen EU-Ländern, die an diesem Projekt beteiligt sind, beteiligen sich auf nationaler Ebene das AWI und seine Partner (HEREON, WindMW, Nordfriesische Seemuschel GmbH, Wyk 8 Muschelfischereibetrieb GmbH) aktiv an der Durchführung der Fallstudie in der Nordsee. 

Daher arbeitet die Arbeitsgruppe Marine Aquakultur am AWI im Rahmen dieser Pilotstudie des OLAMUR-Projekts an der Entwicklung und dem Einsatz von Aquakultursystemen an einem stark exponierten Offshore-Standort innerhalb des Windparks Meerwind Süd/Ost. Der Windpark befindet sich etwa 12 Seemeilen nördlich von Helgoland und 45 Seemeilen vor der deutschen Küste (Cuxhaven).

Hier geht es zur EU-Seite des OLAMUR-Projektes.

Die Installation von Aquakultursystemen im offenen Meer innerhalb von Offshore-Windparks, die oft in exponierten Umgebungen liegen, erfordert unterschiedliche Ansätze und möglicherweise neue Entwicklungen von Aquakulturstrukturen und unterschiedliche Genehmigungsverfahren. Daher ist es das Ziel der Pilotstudien im Rahmen von OLAMUR, teilweise unterschiedliche Zuchtarten unter verschiedenen Umweltbedingungen zu kombinieren und ihr Wachstum sowie die Handhabung und Robustheit der installierten Aquakultursysteme unter Offshore-Bedingungen zu bewerten. Neu entwickelte Aquakulturstrukturen müssen ausreichend robust sein, um den rauen Umweltbedingungen standzuhalten. Gleichzeitig muss die Zucht kosteneffizient genug sein, um eine finanziell nachhaltige Produktion von Aquakulturen mit niedertrophischen Organismen entfernt vor der Küste zu ermöglichen.