TRAMIS

Translokation von Mikroplastik in Speisefischen

Die Menge an Plastikmüll in den Weltmeeren, und einhergehend die Menge an Mikroplastik (MP), steigt seit Jahren kontinuierlich an. In einer Vielzahl mariner Organismen wurde eine Aufnahme von MP Partikeln bereits nachgewiesen. Speziell die für die Ernährung genutzten marinen Nahrungsmittel können hierbei ein Problem darstellen, da MP über diese auch vom Menschen aufgenommen wird. Während bei Muscheln bereits nachgewiesen wurde, dass MP Partikel in das Muskelgewebe bzw. Filet translozieren, ist dies bei den wesentlich kommerziell bedeutungsvolleren Fischen bisher völlig unklar.

Daher ist das Gesamtziel dieses Projektes, eine geeignete Methode zum Nachweis von MP im Gewebe von Speisefischen zu entwickeln und die Translokation von MP vom Futter bis ins Gewebe von Fischen zu untersuchen. Hiermit soll erstmalig eine Risikoabschätzung einer möglichen MP Belastung möglich und MP in Fischprodukten routinemäßig detektierbar bzw. ausschließbar sein.

Dafür wird ein Test- Futtermittel mit einer definierten Menge fluoreszierender MP Partikel entwickelt, mit welchem eine klassische Fischereifischart (Wolfsbarsch) unter kontrollierten Bedingungen in einer Kreislaufanlage gefüttert wird. Zur präzisen Detektion der MP Partikel müssen zunächst unterschiedliche Extraktionsmethoden (enzymatisch und alkalinen) genau evaluiert werden. Mittels entwickelter Extraktions-und Detektionsmethoden werden nachfolgend Handelsprodukte bzw. die Testfische (Darm, Blut, Muskelgewebe) auf MP Partikel untersucht. Ebenso wird die entwickelte Extraktionsmethode für den routinemäßigen Einsatz in der Lebensmittelüberwachung angepasst, sodass nach Projektende ein zuverlässiges Tool zur Bestimmung der MP Belastung zur Verfügung steht.

Partner in diesem innovativen Forschungsprojekt sind die IBEN GmbH – Institut für Lebensmittel- und Umweltanalytik und das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven.

 

Projektleitung: Sinem Zeytin | Gunnar GerdtsMatt Slater

Partner: IBEN GmbH – Institut für Lebensmittel- und Umweltanalytik

Gefördert aus Mitteln des Landes Bremen