StratoClim

Eröffnung des Palau Atmosphären-Observatoriums

Messungen in Region mit globaler Bedeutung für Klimaforschung
[15. Januar 2016] 

Heute eröffnen das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und das Institut für Umweltphysik der Universität Bremen ein Atmosphären-Observatorium auf dem Campus der Palau Universität (Palau Community College - PCC). Palau ist eine kleine Insel im Westpazifik, ein eigener Staat mit nur 20.000 Einwohnern. Das neue Observatorium ist Teil des EU-Forschungsprojektes StratoClim, einem Konsortium aus 28 europäischen Forschungsorganisationen, das vom AWI geleitet wird und wird in enger Zusammenarbeit mit dem PCC betrieben.

Eröffnung Palau Atmosphären-Observatorium (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Jürgen Graeser)

Forschungen der letzten Jahre haben die besondere Bedeutung der Tropopausenregion und der unteren Stratosphäre (upper troposphere and stratosphere - UTS) für das globale Klimageschehen besonders deutlich gemacht. Es hat sich dabei herausgestellt, dass Luft insbesondere im tropischen Westpazifik in diese oberhalb von etwa 16 Kilometern Höhe liegende Luftschicht aufsteigt. Komplizierte Wechselwirkungen zwischen chemischen Prozessen, Aerosolbildung und Wolkenbildung in diesem geografischen Bereich verändern die Zusammensetzung der Luft während des Aufstiegs erheblich. Einmal in die UTS aufgestiegene Luftmassen breiten sich vom Aufstiegsgebiet global aus und bestimmen die Zusammensetzung der UTS auch über Europa und der Arktis.

Eröffnung Palau Atmosphären-Observatorium (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Jürgen Graeser)

Palau liegt im Zentrum des räumlich eng begrenzten Aufstiegsgebiets. „Beobachtungen am neuen Atmosphären-Observatorium erlauben in besonderer Weise die Prozesse zu untersuchen, die die Zusammensetzung der UTS auf globaler Skala bestimmen,“ sagt der StratoClim-Leiter Dr. Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut in Potsdam. Er ergänzt: „Trotz der besonderen Bedeutung des tropischen Westpazifiks für das globale Klimageschehen existieren in diesem Bereich derzeit nahezu keine Messungen der atmosphärischen Zusammensetzung. Die neue Beobachtungsstation auf Palau wird es erstmalig erlauben, die chemischen Eigenschaften der Luft am Eingangstor in die UTS zu untersuchen und die atmosphärischen Prozesse zu beobachten, die diese Eigenschaften bestimmen. Begleitende Modellierung wird es dann erlauben, diese Prozesse in Klimamodellen realistischer abzubilden.“ Ein Programm an der PCC begleitet die Messungen: Eine Reihe renommierter internationaler Klimaforscher aus dem StratoClim-Konsortium wird Vorträge halten, um den Austausch vor Ort zu fördern.

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