Klimaschutzkonferenz COP21

Dieser Vertrag wird einen Technologiewandel einleiten

AWI-Klimaforscher Hans-Otto Pörtner zum Abschluss des Pariser Abkommens
[14. Dezember 2015] 

Dieser Vertrag wird einen Technologiewandel einleiten, der den zunehmenden Abschied von fossilen Energieträgern und den Übergang zu nachhaltigem Wirtschaften beinhaltet. Mit diesen Worten kommentiert AWI-Klimaforscher Hans-Otto Pörtner den Abschluss des ersten weltweiten Klimaschutzabkommens in Paris.

Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner (Foto: Alfred-Wegener-Institut / L. Grübner)

Hans-Otto Pörtner hatte als Gesandter des Weltklimarates IPCC die Gespräche in Paris verfolgt und auf mehreren Vorträgen und Fachgesprächen auf die Bedeutung gemeinsamer Klimaziele hingewiesen. Nach dem Abschluss des Abkommens am vergangenen Samstag sagte der Co-Vorsitzende der IPCC-Arbeitsgruppe II:

"Die Weltgemeinschaft hat eine ambitionierte Vereinbarung zum Klimaschutz getroffen und als langfristiges Klimaziel festgelegt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C zu begrenzen. Damit sind die Nationen der Erkenntnis des Weltklimarates (IPCC) gefolgt, dass die negativen Auswirkungen und Risiken des Klimawandels für die Ökosysteme und den Menschen zwischen 1,5 und 2 °C deutlich steigen. Selbst bei erfolgreicher Umsetzung werden wir negative Auswirkungen also nicht mehr vermeiden, aber doch begrenzen können.

Dieser Vertrag wird einen Technologiewandel einleiten, der den zunehmenden Abschied von fossilen Energieträgern und den Übergang zu nachhaltigem Wirtschaften beinhaltet. Gleichzeitig müssen möglichst bald alle Länder in die Lage versetzt werden, ihren Energiebedarf durch erneuerbare Energiequellen zu decken. In diesem Abkommen kommt also auch eine hohe Dringlichkeit zum Ausdruck; es gilt mit Blick auf das Ziel keine Zeit zu verlieren, die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten. Dabei wird auch der Weltklimarat eine wichtige Rolle spielen, diesen Prozess zu begleiten: Auswirkungen der in Angriff genommenen Strategien und erwarteten Klimaszenarien müssen ermittelt, projiziert und verglichen werden. Es gilt Lösungswege aufzuzeigen, die immer sowohl Anpassungsstrategien an unvermeidbaren Klimawandel als auch die Nutzung von Technologien zur Minderung, wenn nicht sogar Rückführung des Klimawandels beinhalten."

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris hatten sich am Wochenende zum ersten Mal alle 195 beteiligten Staaten vertraglich dazu bekannt, Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung zu unternehmen. (sl)

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