PS95.1 Wochenbericht Nr. 1| 29. Oktober bis 1. November 2015

Die "schwimmende Sommerschule" beginnt

[03. November 2015] 

Donnerstag, den 29.10.2015, pünktlich um 13:00 heißt es Leinen los. Von zwei Schleppern gezogen wird Polarstern in die Schleuse bugsiert. In der Weser nimmt sie dann Fahrt auf, verlässt Bremerhaven in Richtung Süden zur Antarktis-Saison 2015/16. An Bord befinden sich 43 Besatzungsmitglieder und 52 Wissenschaftler und Studierende.

Abb. 1 "Floating Summer School" vor dem Einschiffen in Bremerhaven. Foto: Jaqueline Jerney, Finish Environment Institute, SYKE (Foto: Alfred Wegener Institut)

An Bord befinden sich 43 Besatzungsmitglieder und 52 Wissenschaftler und Studierende. Auf der Überfahrt von Bremerhaven nach Kapstadt werden hydroakustische Geräte getestet und geeicht, die in der Antarktis zum Einsatz kommen sollen. Eine zweite Gruppe aus dem Leibnitz-Institut für Troposphärenforschung aus Leipzig wird auf dem Weg in den Süden Messungen zu den Austauschprozessen Wasser / Atmosphäre durchführen. Die größte Gruppe der Mitfahrer aber sind Studierende der "Floating Summer School".

Insgesamt hatten sich 470 Studentinnen und Studenten um einen Platz auf Polarstern beworben. 32 Studentinnen und Studenten aus 19 Ländern (Abb.1) wurden ausgewählt und können nun auf dem Weg nach Kapstadt an der Ausbildung  in unterschiedlichen Disziplinen der biologischen Ozeanographie teilnehmen, wobei auch ganz praxisnahe Erfahrungen der Probennahme, Messungen und Geräteeinsätze auf See erlernt werden. Das Programm wurde von dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), der Partnership of Observation of Global Oceans (POGO) und dem Marine Research Institute (Ma-Re) organisiert. Die Nippon Foundation und die Stiftung Mercator unterstützen das Programm.

Beim Auslaufen Bremerhaven war es kalt und nebelig, aber schon auf dem Weg zum Englischen Kanal kam die Sonne heraus und so fiel das "große Kistenschleppen und Auspacken" allen sehr leicht. Aber es gab noch viel zu organisieren und alle waren von der ersten Minute an beschäftigt und voller freudiger Erwartung. Auch der Wind war auf unserer Seite und machte sich rar, was den Einstieg in die schaukelnde Meeresforschung für viele leichter machte. Schon nach eineinhalb Tagen war dann am Samstag eine erste kurze Probennahme. Mit Hilfe eines XBT (Expendable Bathythermograph) wurde die Wassertemperatur gemessen. Dieses Gerät wurde entwickelt, um vom fahrenden Schiff aus die Wassertemperatur messen zu können. Dabei wird der Messkopf ins Wasser gelassen und ein etwa 1,7 km langer dünner Kupferdraht der abgespult wird, übermittelt die Messdaten an einen Computer (Abb.2).

Abb.2: Die erste Messung vom fahrenden Schiff aus. Ein XBT geht zu Wasser. Foto: Michael Ginzburg, AWI (Foto: Alfred Wegener Institut)
Abb.3: Die Biskaya im November! Foto: Philipp Wenta, Universität Salzburg (Foto: Alfred Wegener Institut)

 

Am Sonntag dann die erste große Station am Kanalausgang. Um 09:00 hieß es Schiff gestoppt, die CTD kann zu Wasser. Neben Messungen zur Wassertemperatur, Salzgehalt, Trübung und Chlorophyll mit Hilfe der CDT (Conductivity, Depth, Temperature) wurden Proben mit unterschiedlichen Netzen aus der Wassersäule gezogen, um im Anschluss die Organismen zu bestimmen und zu zählen, Versuche durchzuführen, Messungen zur Produktion zu machen. Was genau das bedeutet werden wir in den nächsten Wochenberichten erfahren und auch was die Troposphärenforschung auf Polarstern misst und welche Schwierigkeit man manchmal hat, wenn man komplizierte hydroakustische Geräte eichen möchte und was das mit dem Motion-Sensor zu tun hat.

 

Aus einer nahezu windstillen und sonnigen Biskaya grüßt

 

Rainer Knust

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