Symposien

Den Wandel der Arktis im Blick

Zwei Symposien in Kiel beschäftigen sich mit den sibirischen Schelfmeeren
[28. Januar 2016] 

Mehr als 80 Expertinnen und Experten aus 10 Ländern treffen sich diese Woche in Kiel für das Abschlusssymposium zum russisch-deutschen Forschungsprojekt „System Laptewsee - Das transpolare System des Nordpolarmeeres“. Zudem möchten sie bei dem Treffen auf breiter internationaler Ebene neue Projekte planen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Biogeochemie der sibirischen Schelfmeere.

Das Expertentreffen in Kiel besteht aus zwei Teilen. Am Montag und Dienstag zogen vor allem deutsche und russische Forscherinnen und Forscher ein vorläufiges Fazit des binationalen Projekts „System Laptewsee - Das transpolare System des Nordpolarmeeres“. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), vom russischen Ministerium für Bildung und Forschung, vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und vom GEOMAR, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel hat es drei Jahre lang Veränderungen entlang der Transpolardrift untersucht, die Meereis von den Küsten Sibiriens über den Nordpol bis in die Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland transportiert. „Während des Abschlusssymposiums wurde deutlich, dass spannende und überraschende Ergebnisse erzielt wurden“, sagt die Koordinatorin Dr. Kassens.

So haben Untersuchungen vor Ort in Kombination mit Modellrechnungen neue Details über die Wechselwirkungen zwischen einem eisfreien Meer und der Atmosphäre darüber offenbart. Eine weitere Erkenntnis der vergangenen drei Jahre ist, dass Meeresströmungen eine wichtige Rolle bei der Nährstoffversorgung der sibirischen Laptewsee spielen. „Bisher ist man immer davon ausgegangen, dass der Fluss Lena hier die Hauptrolle einnimmt. Das stellt uns vor ganz neue Fragen, wie die Biologie in der Laptewsee auf den Klimawandel reagieren könnte“, sagt Dr. Vasily Povazhnyy vom Wissenschaftszentrum des Südens der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Derartige Fragen wurden dann beim anschließenden Symposium „Biogeochemical Studies in the Siberian Shelf Seas“ am Mittwoch und Donnerstag eingehend erörtert, das vom internationalen GEOTRACES-Programm unterstützt wurde. Dazu kamen zusätzliche Expertinnen und Experten aus zehn Ländern, darunter die USA, Japan und Kanada nach Kiel, um sich über den aktuellen Stand der Forschungen zu Spurenstoffen und Stoffflüssen in den arktischen Randmeeren auszutauschen. „Wir wollen möglichst viele Arbeitsgruppen, die in diesem Gebiet forschen, zusammenbringen und eine gemeinsame Basis für zukünftige Projekte legen“, sagt Mitorganisator Michiel Rutgers van der Loeff, Geochemiker am AWI.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite des GEOMAR, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel

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