Auszeichnung

AWI-Förderverein zeichnet Permafrostforscher für herausragende Leistungen aus

Institutsförderer ehren den besten Nachwuchswissenschaftler und die beste Fachpublikation des Jahres
[17. Dezember 2015] 

AWI-Permafrostforscher Dr. Jens Strauss ist heute mit dem Doktorandenpreis des AWI-Fördervereins ausgezeichnet worden. Mit dieser Ehrung würdigt der Vereinsvorstand die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, welche der junge Forscher vom AWI Potsdam in seiner Doktorarbeit erbracht hat.

AWI-Permafrostforscher Jens Strauss bei Feldarbeiten.
AWI-Permafrostforscher Jens Strauss bei Feldarbeiten. (Foto: Thomas Opel)

Für sie untersuchte Jens Strauss die Menge und Qualität des Boden-Kohlenstoffs in Permafrost-Ablagerungen in Sibirien und Alaska.

„Dieses Thema ist von höchster Aktualität, da die großen im Permafrost gebundenen Kohlenstoffreserven und ihre teilweise Freisetzung als Treibhausgase im Zuge der Klima-Erwärmung zur Zeit im Brennpunkt der Klimadiskussion stehen“, sagte AWI-Direktorin Karin Lochte in der Laudatio. Die von Jens Strauss veröffentlichten Ergebnisse zur Größenordnung der gefrorenen tiefen Kohlenstoffreservoirs im Permafrost seien essentielle Beiträge zum besseren Verständnis des globalen Kohlenstoffhaushalts. „Sie machen den jungen AWI-Forscher zu einem gefragten Partner in der Permafrost-Kohlenstoff-Community und führten zu verschiedenen hochrangigen Publikationen gemeinsam mit weltweit führenden Kollegen auf diesem Fachgebiet“, lobte die Laudatorin.  

Der Doktorandenpreis des AWI-Fördervereins ist mit einem Preisgeld von 2000 Euro dotiert und wird jährlich auf der Institutsweihnachtsfeier in Bremerhaven verliehen. Jens Strauss konnte den Preis jedoch nicht persönlich entgegennehmen, weil er derzeit als Vortragender und Session-Chair am Herbst-Meeting der American Geophysical Union in San Francisco, USA, teilnimmt. „Eine weiterer Beleg, dass wir einen würdigen Preisträger gefunden haben“, kommentierte Karin Lochte seine Abwesenheit. 

Wissenschaftspreis für Entwicklung eines Isotopenthermometers

Der Potsdamer AWI-Permafrostexperte Dr. Hanno Meyer vor einem Eiskeil, welchen Wind und Wellen an der Steilküste der russischen Permafrostinsel Muostakh freigelegt haben.
Der Potsdamer AWI-Permafrostexperte Dr. Hanno Meyer vor einem Eiskeil, welchen Wind und Wellen an der Steilküste der russischen Permafrostinsel Muostakh freigelegt haben. (Foto: Volkmar Kochan/rbb)

Der Fördervereins-Wissenschaftspreis 2015 für die beste Fachpublikation ging an Hanno Meyer, Permafrostforscher und Leiter des Isotopenlabors am AWI Potsdam. Er und seine Kollegen Thomas Opel, Thomas Laepple, Martin Werner und Kirstin Hoffmann hatten für die Nature Geoscience-Studie "Long-term winter warming trend in the Siberian Arctic during the mid- to late Holocene" ein Isotopenthermometer für Winterniederschläge entwickelt, mit dem sich Eiskeile aus Permafrostböden als Klimaarchiv nutzen lassen. Dank dieser Analysemethode gelänge es jetzt, historische Klimadaten "in Regionen zu generieren, in denen keine Gletscher oder Eiskappen Informationen über Temperatur oder Herkunft der Paläoniederschläge liefern", sagte Laudator Prof. Ralph Tiedemann, Leiter des AWI-Fachbereiches Geowissenschaften. Der Wissenschaftspreis des AWI-Fördervereins ist ebenfalls mit einem Preisgeld von 2000 Euro dotiert.

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