Aquakulturforschung

AWI entwickelt neue Technik für den Transport lebender Fische

Neue kompakte Wasseraufbereitungsanlage soll die Lebensbedingungen der Tiere auf langen Fahrten deutlich verbessern
[29. Februar 2016] 

Lebende Fische von einem Ort zu einem anderen zu transportieren, kann für die Tiere ein sehr kräftezehrendes Unterfangen sein. Zum einen löst der Umzug bei den Tieren Stressreaktionen aus. Zum anderen gibt es bisher auch keine Technik, welche bei langen Fahrten eine gleichbleibende Wasserqualität in den Transportbehältnissen garantiert. Die Forscher der Arbeitsgruppe Aquakultur des Alfred-Wegener-Institutes nehmen sich dieses Problems jetzt an.

AWI-Biologe Kai Lorkowski kontrolliert das Aquariumsregal im Zentrum für Aquakulturforschung am AWI Bremerhaven.
AWI-Biologe Kai Lorkowski kontrolliert das Aquariumsregal im Zentrum für Aquakulturforschung am AWI Bremerhaven. (Foto: Heiner Mueller-Elsner)
Ein Lastkraftwagen des Projektpartners Zordel Fischzucht GmbH mit Becken für den Transport lebender Fische. (Foto: Andreas Zordel)
Blick in das Zentrum für Aquakulturforschung am AWI in Bremerhaven. (Foto: Heiner Mueller-Elsner)

Gemeinsam mit Kollegen der Zordel Fischzucht GmbH (Zordel) und des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – Institut für Fische und Fischereierzeugnisse (LAVES-IFF) haben sie begonnen, ein neues Fischtransportmodul zu entwickeln, das einen schonenderen und wirtschaftlicheren Transport lebender Fische ermöglichen soll. „Wir wollen moderne Wasseraufbereitungstechnik so kompakt gestalten, dass sie zum Beispiel auch in Beckenanlagen eingesetzt werden kann, die im Anhänger eines Lastkraftwagens installiert sind“, sagt AWI-Projektleiter Kai Lorkowski.

Ganz konkret geht es dabei um Technik, welche die Temperatur, den Sauerstoffgehalt sowie weitere wichtige Wasserparameter wie den pH-Wert aber vor allem die steigende Stickstoffbelastung überwacht und tiergerecht reguliert.

In der ersten Projektphase wollen die Forscher und Ingenieure den Prototypen einer solchen kompakten Wasseraufbereitungsanlage entwerfen und bauen. Im Anschluss daran werden sie die neue Technik in verschiedenen Transport-Simulationen testen. Parallel dazu soll untersucht werden, inwiefern die verbesserten Transportbedingungen die Lebensqualität der Fische erhöhen. „Diese Aufgabe übernehmen unsere Partner vom LAVES-IFF. Sie werden beobachten, auf welche Weise sich die Fleischqualität der Tiere verändert und ob wir mit der neuen Technik auch die Standards der Lebensmittelsicherheit und -qualität einhalten“, so Kai Lorkowski.

Im Zuge der Transport-Simulationen wollen die Wissenschaftler des AWI außerdem Grundlagendaten über die Auswirkungen eines Transportes auf Zuchtfische sammeln. „Zu dieser Frage gibt es bisher nur sehr wenige Studien. Wir werden deshalb im Zentrum für Aquakulturforschung des AWI ein Versuchssystem aufbauen und zusätzlich Fischtransporte auf der Straße begleiten, um diese wichtigen Daten zu sammeln“, erläutert Kai Lorkowski.

Das Projekt wird aus Mitteln des Zweckvermögens des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren. 

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