Auszeichnung

AWI-Biologin Clara Hoppe erhält Helmholtz-Doktorandenpreis

Wissenschaftlerin erbrachte herausragende wissenschaftliche Leistung und hat sich persönlich besonders engagiert
[28. Januar 2016] 

In ihrer Doktorarbeit erforscht Clara Hoppe die Auswirkungen des Klimawandels auf das Phytoplankton in den Polarregionen – und wurde dabei urplötzlich vor eine große Herausforderung gestellt.

Clara Hoppe mit ihrem Doktorvater Dr. Björn Rost und ihrem Teamkollegen Dr. Sebastian Rokitta bei der Verleihung des Helmholtz-Doktorandenpreises (Foto: Sina Löschke)

AWI-Biologin und Phytoplanktonexpertin Dr. Clara Hoppe ist gestern Abend in Berlin mit dem Helmholtz-Doktorandenpreis ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 5.000 Euro und Mitteln für einen Auslandsaufenthalt dotiert. Mit ihm ehrt die Helmholtz-Gemeinschaft junge Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen, die sich während ihrer Promotion an einem der 18 Helmholtz-Zentren nicht nur mit herausragenden wissenschaftlichen Leistungen einen Namen gemacht haben, sondern die sich auch gesellschaftlich oder in ihrem Institut sehr engagiert haben.

Clara Hoppe erforscht die Auswirkungen des Klimawandels auf das Phytoplankton in den Polarregionen. Dabei geht es zum einen um die zugrundeliegenden physiologischen Mechanismen der Reaktionen einzelner Arten auf Prozesse wie Ozeanversauerung und Erwärmung; zum anderen geht es um Veränderungen der ökologischen Interaktionen innerhalb der Artengemeinschaften. „Zusammengenommen entscheiden diese beiden Aspekte über die Funktionalität des Phytoplanktons, zum Beispiel im Hinblick auf die Primärproduktion und Biogeochemie einer Region“, erläutert die Preisträgerin.

Im Fokus ihrer Doktorarbeit stand das Phytoplankton des Südpolarmeeres. Clara Hoppe untersuchte dabei, inwieweit die Reaktionen der Algen auf Ozeanversauerung durch andere wichtige Umweltfaktoren wie Eisenverfügbarkeit und Lichtverhältnisse beeinflusst werden. Ein Projekt, das sie urplötzlich vor eine große Herausforderung stellte: „Um Effekte der Ozeanversauerung zu untersuchen, braucht man bestimmte Messmethoden der Karbonatchemie. Im Rahmen solcher Messungen bin ich auf Inkonsistenzen zwischen verschiedenen Mess- und Berechnungsmethoden gestoßen und habe mich entschieden, meine Arbeit bei einem „Open-Discussion-Journal“ einzureichen“, erzählt Clare Hoppe. „Der Begutachtungsprozess war nicht einfach und sehr langwierig, vermutlich weil meine Ergebnisse der damaligen wissenschaftlichen Meinung widersprachen und die Interpretationen einiger älterer Arbeiten in Frage gestellt haben. Auch wenn die von mir beschriebenen Ergebnisse inzwischen allgemein akzeptiert sind, war dies eine schwierige und manchmal zu aufregende Zeit für mich.“

Nach der Verteidigung ihrer Doktorarbeit ging Clara Hoppe für eine kurze Zeit als PostDoc an die University of British Columbia in Vancouver, Kanada. Ab Februar 2016 kehrt sie jedoch an das Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven zurück und wird dann neue Forschungsprojekte zu den Auswirkungen multipler Stressoren auf Primärproduzenten durchführen. „Dabei werde ich auch der Frage nachgehen, ob der Klimawandel zu Artenverschiebungen in der Arktis führen wird. Im Rahmen meines AWI-Strategiefond-Projektes „ProEco“ werden wir Expeditionen an die AWIPEV-Station auf Spitzbergen sowie mit der Polarstern in die Hocharktis durchführen und im Labor an frisch isolierten Algenstämmen forschen“, so Clara Hoppe.    

Verleihung des Helmholtz-Doktorandenpreises (Foto: Sina Löschke)