Kurzprofil

Eiskern von der Gletscherkuppel Akademii Nauk (Severnaya Zemlya, Sibirische Arktis) – bodennahes Teilstück.

Eiskerne gehören zu den besten Archiven des Paläoklimas. Sie liefern Informationen über physikalische und chemische Eigenschaften der Erdatmosphäre in der Vergangenheit. Aus Eiskerndaten wurden das Grönländische und das Antarktische Klima über mehr als einen Glazialzyklus rekonstruiert. Von 1999 bis 2001 wurde in einem deutsch-russischen Gemeinschaftsprojekt ein 724 m langer Eiskern auf Akademii Nauk, der mächtigsten und vermutlich ältesten Gletscherkuppel des Archipels Severnaya Zemlya, erbohrt, um hoch aufgelöste Klima-Proxydaten aus der Zentralen Russischen Arktis zu erhalten.

Im AWI durchgeführte Messungen der elektrischen Leitfähigkeit (DEP) und der Verhältnisse der stabilen Isotope des Wassers deuten auf ein Alter der Akademii Nauk Kuppel von mindestens 2500 Jahren. Für die jüngsten 150 Jahre sind die stabilen Wasserisotopenverhältnisse eng korreliert mit gemessenen Lufttemperaturen der Station Vardø (Nordnorwegen). Die chemischen Analysen zeigen hohe Sulfat und Nitratwerte in den 1970er Jahren, hervorgerufen durch industrielle Emissionen in der Sibirischen Arktis.

 

Finanzierung

BMBF 1999-2002 – Bohrung, erste Analysen

 

Beteiligte Institute

Arctic and Antarctic Research Institute (AARI), St.Petersburg, Russia
St. Petersburg State Mining Institute, Russia
Desert Research Institute, Division of Hydrologic Sciences, USA
Dept. des Science de la Terre et Environement, Section Glaciologie, Universite Libre de Bruxelles, Belgium
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie, Dresden , Germany

 

Beiträge anderer Arbeitsgruppen des AWI

Dr. Hanno Meyer, Stable Isotopes
Dr. Frank Wilhelms, AWI Glaciology, Physiker, dielektrische Messungen  (DEP)

 

 

 

Team:

Dr. Thomas Opel