Kurzprofil

Das Projekt „Degradierung von eisreichem Permafrost durch Thermoerosion“ im Helmholtz-Postdoktoranden-Programm widmet sich der Erforschung eines bisher nur wenig untersuchten Typs der Permafrostdegradierung. Thermoerosion kann eisreichen Permafrost bis in große Tiefen erodieren, indem wärmeres Wasser den gefrorenen Untergrund auftaut und das getaute Material abtransportiert. Die so entstehenden Thermoerosionstäler können dadurch nicht nur die betroffenen Landschaften stark verändern, sondern auch zu erhöhtem Sediment-, Kohlenstoff- und Nährstoffeintrag in angrenzende Flüsse, Seen und Küstengewässer führen.

In eisreichen Permafrostablagerungen arktischer Tiefländer sind Thermoerosionsformen weit verbreitet, bisher jedoch nicht systematisch über größere Regionen untersucht worden. Ziele dieses Projektes sind daher die:

  • umfassende Inventarisierung und räumliche Charakterisierung von Thermoerosionsformen in arktischen Tieflandgebieten,
  • Quantifizierung ihrer räumlichen Veränderungen über die letzten ca. 60 Jahre,
  • Untersuchung der Wechselwirkung von Thermoerosion mit anderen Typen der Permafrostdegradierung und mit hydrologischen Bedingungen,
  • Ableitung von Szenarien zur zukünftigen Entwicklung von Thermoerosionsformen und beteiligter Permafrostlandschaftseinheiten in einem sich erwärmenden Klima,
  • Abschätzung der Auswirkungen dieser Entwicklung auf den arktischen Wasser- und Stoffkreislauf.

Der methodische Ansatz zur Bearbeitung der Projektziele ist eine Kombination aus Geländearbeiten und der Untersuchung größerer Regionen mittels Fernerkundung und Geographischen Informationssystemen.