Kurzprofil

Eispolygone (Foto: Konstanze Piel)

Klima und Umweltveränderungen zeigen sich zur Zeit besonders dramatisch in den von Permafrost beherrschten Periglazialgebieten der Erde. Die Sektion Periglazialforschung befasst sich: (1) mit der geologischen Rekonstruktion der periglazialen Geoökosysteme während der letzten 200-Tausend Jahre, die Hinweise zur zeitlichen Variabilität des Landschaftswandels, der Vegetationsdynamik und zum Kohlenstoffhaushalt liefert; und (2) mit der Erfassung und Bewertung der heutigen Umweltänderungen in den Periglazialgebieten.

Wichtige Aspekte sind die fernerkundliche Erfassung des Landschaftswandels, die Quantifizierung der Materialabfuhr durch arktische Flüsse und Küstenabtrag sowie die Erfassung der Freisetzung klimarelevanter Spurengase wie Methan und CO2 durch mikrobiologische und energetische Prozesse im Permafrostboden.

Seit 1998 werden im Lena-Delta (Nordost-Sibirien) im Rahmen der Russisch-Deutschen Expeditionen LENA unter Nutzung der Forschungsstation Samoylov geowissenschaftliche und mikrobiologische Prozessstudien, meterologische Beobachtungen und Langzeituntersuchungen zu lokalen Spurengas- und Energieflüssen aus dem Permafrostboden betrieben. Weitere Arbeitsgebiete konzentrieren sich auf die nordamerikanische Arktisküste (Herschel Island) und das Tibet-Plateau, dem dritten Pol der Erde.