Ozeanboden-Seismometer (OBS)

Ozeanboden-Seismometer (OBS) werden im marinen Bereich zur Erforschung von Aufbau und Struktur der Erdkruste und des Erdmantels eingesetzt, z.B an passiven Kontinentalrändern, Subduktionszonen oder mittelozeanischen Rücken. Die Aufzeichnung von Erdbeben (Seismologie) oder von künstlich erzeugten Schallwellen (Refraktionsseismik) liefert Aussagen über die Beschaffenheit des Untergrundes in unterschiedlichen Tiefen.

Das OBS wird an Bord des Schiffes montiert, mit einem Ballastgewicht (Anker) versehen und mit Hilfe eines Kranes zu Wasser gelassen. Nach dem Ausklinken sinkt das OBS frei auf den Meeresboden, die maximale Einsatztiefe liegt je nach Bauart zwischen 6000 m und 7300 m. Dort zeichnet es mit einem Seismometer die Bodenbewegungen (z.B Erdbeben) und mit einem Hydrophon Druckänderungen (Schall) im Wasser auf.

Bei vielen Langzeitmessungen bleibt das batteriebetriebene Gerät rund ein Jahr lang am Grund liegen, die Messwerte werden so lange von einem Datenlogger gespeichert. Zum Beenden der Messung wird ein akustisches Signal an das OBS gesendet, das Ankergewicht wird gelöst und das Gerät steigt mit Hilfe seiner Auftriebskörper an die Oberfläche zurück. Ein UKW-Sender, ein Blitzlicht und eine Fahne erleichtern die Ortung des OBS. Nach der Bergung des Gerätes werden die seismischen Messdaten ausgelesen, bearbeitet und interpretiert.

Das AWI betreibt den marinen Teil des "Deutschen Geräte-Pools für amphibische Seismologie" (DEPAS). Dieser Pool wird nicht nur von AWI-Mitarbeitern genutzt, sondern steht allen Wissenschaftlern von deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen zur Verfügung. Alle weiteren Informationen zu den Geräten, Kosten, Antragsverfahren, etc. finden Sie auf der DEPAS Webseite.

DEPAS Ozeanboden-Seismometer im Südatlantik.
DEPAS Ozeanboden-Seismometer im Südatlantik. (Foto: Mechita Schmidt-Aursch, AWI)