Hochauflösende Seismik

Hochauflösende Seismik wird am AWI vor allem mit dem Parasound-System aufgezeichnet, das auf den grossen Forschungsschiffen installiert ist. Der Schall dringt hier nicht allzu tief ins Sediment - je nach Sedimenttyp sind das einige Meter bis maximal 100 Meter. Dafür ist die Auflösung sehr hoch, sodass man die Geometrien und Beschaffenheit der obersten Sedimentschichten sehr genau nachvollziehen kann.

Mit Hilfe der Parasound-Profile können wir erkennen, wenn Sediment über Tausende von Jahren ungestört abgelagert wurde. Wir können aber auch erkennen,  wenn diese schön geschichteten Sedimente zum Beispiel durch Sedimentpakete gestört sind, die durch eine Hangrutschung umgelagert wurden. Wir können die Abrisskanten solcher Rutschungen identifizieren und eine Aussage machen, warum Sedimente umgelagert wurden - ob durch Erdbeben, durch Hanginstabilitäten, durch Gashydrate oder ähnliches.

In den Parasound-Profilen kann man auch sehen, wenn Sedimente glazial überprägt wurden - tiefe Eisberge und Eisschilde hinterlassen ihre Spuren als Eisbergkratzer im Sediment. Aufliegendes Eis verändert durch sein Eigengewicht die Dichte im Sediment, was wir wiederum im Parasound erkennen können. 

Zusammen mit bathymetrischen Daten hilft uns Parasound dabei, die Ablagerungsgeschichte der obersten Sedimentschichten zu rekonstruieren.

An geeigneten Stellen, die wir mit Hilfe der Parasound-Profile auswählen, nehmen wir dann Sedimentkerne, die uns Auskunft über das Alter der Sedimentschichten geben und anhand derer man die Klimageschichte während der Zeit ihrer Ablagerung rekonstruieren kann.

Für unsere Projekte in Seen haben wir ein mobiles 3,5 kHz-System, welches mit Parasound vergleichbare Daten liefert.