Bathymetrie

Bathymetrie ist die Vermessung der Topographie des Meeresbodens. Anders als die Landoberfläche kann die Meeresbodenoberfläche nicht direkt mit optischen Methoden (z.B. Radar) aus der Luft vermessen werden. Man benötigt dafür ein Echolot, das ein Schallsignal aussendet, welches am Meeresboden reflektiert und vom Echolot wieder empfangen wird. Solche Fächerecholote sind auf den großen Forschungsschiffen fest installiert.

Hochauflösende Bathymetrie ist bis heute nur für etwa 10% des gesamten Meeresbodens aufgezeichnet worden, und gerade in den Polargebieten ist der Prozentsatz noch deutlich kleiner. Am AWI werden hochauflösende bathymetrische Daten als Basisdaten für viele marine Prozesse benötigt. Man braucht sie um Ozeanströmungen, Massentransporte (z.B. Hangrutschungen) und tektonische Prozesse zu verstehen. Auch für Habitatstudien gewinnen diese Daten zunehmend an Bedeutung.

Bathymetrische Daten helfen bei der Rekonstruktion der Eisgeschichte in den Polargebieten: große Eisberge und Eisschilde hinterlassen ihre Spuren als Kratzer im Meeresboden. Ihre Richtung, Tiefe und gegenseitige Überlagerung ist auf hochauflösenden bathymetrischen Karten zu erkennen. Gemeinsam mit hochauflösender Seismik und Sedimentkernen wird die Bathymetrie zur Interpretation von glazialen Prozessen genutzt.