Nahrungsqualität: Was heißt "gut" und "schlecht" im Ozean?

Das Gleichgewicht zwischen Nährstoffen wie Nitrat und Phosphat ändert sich ständig – einerseits durch das Algenwachstum und die bakterielle Remineralisierung abgestorbener Biomasse, anderseits weil sich die Einträge durch Industrie- und Landwirtschaft ändern. Dieses Stoffverhältnis spiegelt sich auch im Algenplankton. Aber merken das algenfressende Planktontierchen überhaupt, welche Algennahrung sie wann in ihrem Leben brauchen? Ja! Dinoflagellaten und Ruderfußkrebse zum Beispiel wählen gezielt „gutes“ Futter. Das haben Fraßversuche gezeigt: An beide Modellorganismen wurde eine Halb- und-halb-Mischung aus Algen mit viel oder wenig Stickstoff im Vergleich zu Phosphor verfüttert. Nach einer festgelegten Fresszeit waren die verbliebenen Anteile der zwei Algensorten im Wasser jeweils unterschiedlich. Dinoflagellaten und die jungen Larven von Ruderfußkrebsen hatten vorwiegend Algen mit wenig Stickstoff und damit vergleichsweise mehr Phosphor gefressen  – vermutlich, weil Phosphor fürs Wachstum wichtig ist. Die älteren Larven der Ruderfußkrebse hatten dagegen stickstoffreiche Algen bevorzugt, da sie dieses Element für Strukturänderungen im Körper brauchen. Wie genau das Zooplankton die Algen unterscheidet, sollen künftige Versuche klären.

 

 

Phytoplankton-Kulturen bei unterschiedlichen Nährstoffbedingungen (Foto: Nadia Maaroufi)