Eine Verankerungskette besteht aus einer bis zu mehrere Kilometer langen Kevlar-Leine, auf die in bestimmten Abständen Messgeräte montiert werden. Zusätzlich sind an der Leine Auftriebskörper angebracht, die dafür sorgen, dass die Verankerung möglichst senkrecht im Wasser steht und dass sie nach dem Abwerfen des Grundgewichtes wieder zur Oberfläche aufsteigt. Als Auftriebskörper dienen evakuierte Glashohlkugeln von ca. 45 cm im Durchmesser, die zum Schutz vor Beschädigung mit Kunststoffschalen versehen sind. Diese Glaskugeln sind im druckfest bis 6000 m Wassertiefe und erstaunlich robust. Jede Kugel liefert einen Auftrieb von etwa 25 kg. Über dem Grundgewicht der Verankerungskette befinden sich die sogenannten Releaser. Dabei handelt es sich um mechanische Auslösevorrichtungen, die auf ein vom Mutterschiff ausgesandtes akustisches Signal hin die Verankerungsleine vom Grundgewicht trennen.

 

Verankerungsketten lassen sich mit einer Vielzahl von ozeanographischen Messinstrumenten und Probennahmegeräten bestücken, z.B. Strömungsmesser der norwegischen Firma Aanderaa und Sinkstofffallen der deutschen Firma K.U.M.. Die von uns benutzten akustischen Strömungsmesser bestimmen in wählbaren Zeitintervallen unter Ausnutzung des Doppler-Effektes die Strömungsgeschwindigkeit und -richtung des umgebenden Wassers in der jeweiligen Tiefe. Mit den Sinkstofffallen werden in der Wassersäule absinkende Partikel biotischen oder abiotischen Ursprungs eingefangen und in Probenflaschen konserviert. Da die Probenflaschen über ein Revolversystem gewechselt werden können, lässt sich die jahreszeitliche Änderung des Partikelflusses mit einer zeitlichen Auflösung von typischerweise einem Monat erfassen.

 

Zurzeit arbeitet die Tiefseegruppe an einer speziellen Verankerung, die als Top-Boje in etwa 150 m Wassertiefe eine Unterwasserwinde mit einer profilierenden Sensorplattform tragen wird. Der Sensorträger soll einmal täglich in das Oberflächenwasser aufsteigen und auf seinem Weg hochaufgelöst die Wassertemperatur, den Salz-, Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt sowie die Chlorophyll-Fluoreszenz messen. Der Profiler wird zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Satellitenkommunikation ausgestattet werden, um die gewonnenen Messdaten auch in „Near-Real-Time“ zur Verfügung zu stellen. Da die Sensorplattform aus Sicherheitsgründen bei Eisbedeckung oder bei Sturm nicht vollständig auftauchen darf, wird sie über ein Erkennungssystem verfügen, das dafür sorgen wird, dass der Sensorträger vorübergehend in einer sicheren Wassertiefe verharrt.

 

Eine Skizze mit dem typischen Aufbau unserer Verankerungsketten finden sie hier

 

 

Kontakt: N. LochthofenI. Salter