Untersuchungen und Experimente an Tiefseeproben werden üblicherweise an Material durchgeführt, das zuvor mit geeigneten Geräten gesammelt wurde. Beim Transport der Proben durch die Wassersäule sind diese jedoch starken Unterschieden des Drucks und oft auch der Temperatur ausgesetzt, so daß Artefakte auftreten können. Aus diesem Grund ist es sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, exakte Meßdaten aus der Tiefsee zu gewinnen. Beobachtungen, Experimente und Messungen sollten deshalb direkt am Meeresboden (in situ) vorgenommen werden. Freifallsysteme ("Bottom-Lander") stellen eine geeignete Plattform für derartige in situ Untersuchungen dar.

 

Ein "Bottom-Lander" ist ein unbemanntes Gerät, das frei, also ohne eine Kabelverbindung, auf den Meeresboden sinkt und dort vorprogrammierte Messungen und Beprobungen vornimmt. Nach Beendigung der Arbeit wird programm- oder ferngesteuert Ballast abgeworfen, so daß der "Bottom-Lander" durch seinen Auftrieb wieder zur Oberfläche zurückkehren kann.

 

Die Projektgruppe betreibt drei Systeme grundsätzlich gleicher Bauart (Typ GEOMAR). Die Freifall-Geräte können, je nach wissenschaftlicher Fragestellung, mit unterschiedlichster wissenschaftlicher Ausstattung bestückt werden. Hierzu gehören u.a. Strömungsmesser, Sinkstofffallen, Respirationskammern, optische Sauerstoffsensoren, Microprofiler und Kamerasysteme.

 

Kontakt: B. Sablotny, A. Nordhausen, F. Wenzhöfer, T. Soltwedel