Stationsingenieur Hans-Joachim Mehl, Mitglied der Überwinterungsmannschaft (2011), befüllt die Schneeschmelze.
Die Schneeschmelze wird befüllt (Foto: Thomas Steuer)
Elektroingenieur Fabian Zahnd, Mitglied der Überwinterungsmannschaft (2011), und Jens von Helms (Elektrotechniker, Team 2012) stellen die Mineralisierung der Frischwasserversorgung fur die Neumayer-Station III ein.
Wartung der Frischwasseranlage (Foto: Thomas Steuer)
Die Kläranlage der Neumayer-Station III. Gereinigtes Brauchwasser wird für die Toilettenspülung benutzt.
Die Kläranlage (Foto: Thomas Steuer)

Eine der meistgestellten Fragen von Freunden, Bekannten und Lesern des AtkaXpress-Blogs ist die nach der Gewinnung unseres Trinkwassers an der Station. Wie es die Überschrift schon sagt, sind wir hier auf dem Schelfeis umgeben von Unmengen von Trinkwasser, eben nur noch nicht in der Konsistenz, wie wir es gern haben möchten. Doch auch für dieses "Problem" gibt es an der Station ein ausgeklügeltes System, die sogenannte Schneeschmelze, die über die Energieversorgung mit Wärme versorgt wird.

Für die Energieversorgung wiederum stehen uns drei Blockheizkraftwerke (BHKW) zur Verfügung, von denen jeweils eines seinen Dienst verrichtet. Ein BHKW erzeugt bis zu 160 Kilowatt elektrische und 200 Kilowatt thermische Energie. Diese thermische Energie dient unserem Heizkreislauf, in den auch die Schneeschmelze integriert ist, welche einen Wärmebedarf von etwa 2,2 Megawattstunden pro Woche hat.

In der Schmelzwanne befinden sich ein Rohr-Bündelheizer und ein Platten-Wärmetauscher, die eine Wassertemperatur von circa 16 bis 21 Grad Celsius aufrechterhalten. Diese beiden Wärmetauscher sind immer von einer Niedrigwassermenge umschlossen.

Die Schneeschmelze wird je nach Bedarf etwa alle ein bis zwei Tage mit Schnee gefüllt - eine Aufgabe, die wir mit dem Pistenbully erledigen. Das gewonnene Wasser wird, abhängig nach Tagesverbrauch, über das Pumpensystem in die Lagertanks der Station umgepumpt. Vor dem Gebrauch wird das Wasser gereinigt. Dazu durchläuft es verschiedene Filtersysteme. Außerdem wird es mit mineralischen Zusätzen versehen. Danach steht das Trinkwasser für den allgemeinen Verbrauch zur Verfügung.

Ein Teil des Wassers wird auch für die Raumluftbefeuchtung mitgenutzt. Auch auf dieser Station wird auf Sparsamkeit geachtet. Um den Verbrauch an Wasser und Energie möglichst gering zu halten, wird für die Sanitärbereiche (Spülung WC) biologisch gereinigtes Abwasser verwendet.

Chris Behrendt, Stationsingenieur des 32. Überwintererteams

Chris Behrendt, Stationsingenieur des 32. Neumayer-Teams (Foto: Stefan Christmann, Alfred-Wegener-Institut)