Aufnahme eines 22-Grad-Ringes
Aufnahme eines 22-Grad-Ringes (Foto: Thomas Treugner)
Aufnahme einer Lichtsäule.
Aufnahme einer Lichtsäule. (Foto: Barbara Fiedel)
Aufnahme eines Erdschattenbogens
Aufnahme eines Erdschattenbogens (Foto: Lisa Behrens)

Jeder hat schon irgendwann mal in den Himmel geguckt. Häufig ist der Himmel ganz oder teilweise mit Wolken bedeckt, oder manchmal auch wolkenlos. Mit etwas Glück kann man noch mehr am Himmel sehen. Durch Wassertöpfchen oder Eiskristalle in der Luft können diverse optischen Erscheinungen hervorgerufen werden. Ein Beispiel, das wahrscheinlich jeder kennt, ist der Regenbogen. Es gibt aber noch diverse andere mögliche optische Erscheinungen. Ein paar sollen hier kurz vorgestellt werden....

Eine Kategorie optischer Erscheinungen sind Halos. Sie können in verschiedenen Formen auftreten. Damit sie auftreten können, müssen sich Eiskristalle in der Atmosphäre befinden. Ob und in welcher Form ein Halo auftritt, ist abhängig von der Orientierung und der Größe der Eiskristalle in der Atmosphäre und vom Winkel, in dem das Licht auf die Eiskristalle trifft.

Die vielleicht bekannteste Form, die hier auf Neumayer auch am häufigsten zu beobachten ist, ist der 22 Grad-Ring. In diesem Fall bildet sich ein, vom Beobachter aus 22 Grad von der Sonne entfernter Kreis oder ein Teil eines Kreises um die Sonne aus. Diese Art eines Halos wird durch willkürlich orientierte, hexagonale Eiskristalle in der Atmosphäre hervorgerufen. Das Licht bricht sich aufgrund dieser Form der Eiskristalle wie in einem Prisma und wird zudem durch die willkürlich Anordnung der Eiskristalle im Raum in alle möglichen Richtungen gebrochen. Für uns sichtbares Licht wird um 22 Grad abgelenkt, wodurch der Halo an genau dieser Stelle sichtbar wird.

Eine andere Art eines Halos ist die Lichtsäule. Ein Lichtsäule ist ein zum Horizont senkrechter Lichtstrahl und häufig zu beobachten, wenn die Sonne dicht am Horizont steht. Ein solche Lichtsäule entsteht durch Reflexion des Sonnenlichts an hexagonalen Eisplättchen. Damit sich eine Lichtsäule ausbildet, muss es fast windstill sein. Dann richten sich die Eisplättchen horizontal in der Luft aus, sinken langsam ab und rotieren um ihre vertikale Achse.

Wenn bei einem Sonnenuntergang die Luft klar ist und keine Wolken am Himmel zu sehen sind, ist der Sonnenuntergang gut zu beobachten und sieht sehr schön aus. Allerdings sollte man der Sonne hin und wieder vielleicht einfach mal den Rücken zukehren. Denn dann kann man noch etwas ganz anderes beobachten. Im Osten sieht man dann langsam den Erdschattenbogen aufsteigen. Gegenüber der Sonne hat er seinen höchsten Punkt und nach Norden und Süden nähert er sich dem Horizont an. Der Erdschattenbogen entsteht durch die gekrümmte Oberfläche der Erde. Dadurch werden die untersten Schichten der Atmosphäre gegenüber der Sonne nicht mehr von den Sonnenstrahlen erreicht, und es wird der Schatten des Erdrandes an den Himmel projiziert. (Dieses Phänomen kann entsprechend auch beim Sonnenaufgang beobachtet werden.)

Ein weiteres optisches Phänomen ist ein weißer Regenbogen oder Nebelbogen. Er ist ebenfalls während der Dämmerung zu beobachten. Ein Nebelbogen entsteht, wenn die Sonne auf eine Nebelwand scheint und die Wassertröpfchen in dieser Wand eine ganz bestimmte Größe besitzen.  Wie bei einem Regenbogen kommt es dann zu einer Brechung  des Lichts innerhalb der Wassertröpfchen. Dadurch, dass der Wassertropfen sehr klein ist, werden die Lichtstrahlen zusätzlich gebeugt und es kommt zur einer Überlappung der einzelnen Farben, wodurch der Nebelbogen weiß erscheint.

An windstillen Tagen können sehr gut Luftspiegelungen beobachtet werden, auch bekannt als Fata Morgana. Wenn unterschiedlich warme Luftschichten übereinander liegen, ist auch deren Dichte unterschiedlich. Dadurch kommt es an der Grenzschicht der beiden Luftmassen zu Brechungen und Ablenkungen der Lichtstrahlen und es werden zum Beispiel auf dem Kopf stehende Objekte erzeugt oder es sind Objekte über dem Horizont sichtbar, die eigentlich nicht sichtbar wären.

Lisa Behrens, Meteorologin des 33. Überwintererteams, geschrieben am 3. Juni 2013

Lisa Behrens, Meteorologin des 33. Neumayer-Überwintererteams (2013)
Lisa Behrens, Meteorologin des 33. Neumayer-Überwintererteams (2013) (Foto: Yves Nowak)
Aufnahme eines Nebelbogens
Aufnahme eines Nebelbogens (Foto: Lisa Behrens)
Aufnahme einer Spiegelung
Aufnahme einer Spiegelung (Foto: Barbara Fiedel)
Aufnahme einer Spiegelung
Aufnahme einer Spiegelung (Foto: Barbara Fiedel)