Bachelor- oder Diplomarbeit: Zur Bedeutung künstlicher Hartstrukturen (Tetrapoden) als Siedlungshabitate der mobilen Makrofauna (Crustacea und Pisces) in der Nordsee
Möglicher Beginn: Herbst 2011
Tetrapodenfelder sind derzeit die gängigsten künstlichen Bauwerke zum Erosionsschutz felsiger Küstengebieten weltweit. Rund um Helgoland fungieren ca. 9000 solcher „Vierfüßer“ als Küstenschutzmaßnahmen. Der ökologische Einfluss dieser Wellenbrecher für die küstennahe Fauna- und Flora der Nordsee ist bisher jedoch weitgehend unklar.
Im Rahmen des AWI - Forschungsprogrammes PACES WP2.1 (Projekt MarGate) wurden im Februar 2010 im Norden Helgolands („Nathurnbrunn“) in fünf und zehn Meter Wassertiefe jeweils drei Tetrapodenfelder eingebracht. Die einzelnen Riffe liegen in 80 m Entfernung zueinander und sind weitgehend identisch zu den bestehenden und weiteren geplanten Tetrapodenfeldern im Küstenschutzbereich um Helgoland aufgebaut. Im Rahmen der Arbeit soll untersucht werden, wiefern solche Tetrapodenfelder signifikante Auswirkungen auf die Abundanz, Biomasse und Biodiversität der mobilen Pisces- und Crustaceafauna haben. Anhand von Transektbetauchungen, Reusenfängen und UW-Videodokumentationen sollen in der 10 m Tiefenlinie monatlich die Bestände von Fischen und Krebstieren an den Feldern und in Entfernung dazu aufgenommen werden. Diese Daten sollen mit identischen Abundanzaufnahmen, die im Rahmen einer vorigen Diplomarbeit genommen wurden verglichen werden. Daten aus der 5 m Tiefenlinie (Dissertation Stephanie Hayen) werden ebenfalls in einer Langzeitstudie erhoben und können später in die Auswertung einbezogen werden. Nach Möglichkeit sollen über den Herbst / Winter 2010 / 2011 mind. 4 Monate lang Felddaten genommen werden.
Um sich in das wissenschaftliche Tauchen vor Helgoland einzuarbeiten, sich die Methodik anzueignen und um sich in die Tauchgruppe zu integrieren, ist es sinnvoll, zuvor in Form eines HIWI Vertrags mitzuarbeiten. Danach kann dann mit der Abschlussarbeit begonnen werden.
Anforderung an den Kandidaten / die Kandidatin:
- Spaß an Freilandarbeit
- Geprüfter Forschungstaucher oder „European Scientific Diver“
- Guter Fitnessgrad
Beginn:
ab sofort (August 2010)
Ansprechpartner und Betreuung:
Philipp Fischer
Philipp.Fischer@awi.de
04725/819-3344 oder -3235
Stephanie Hayen
Stephanie.Hayen@awi.de
04725/819-3386 oder -3235
Bachelor und Masterarbeit zur akustischen Kommunikation bei Knurrhähnen (Triglidae) zu vergeben
Möglicher Beginn: Winter 2011/2012.
Die Produktion von Tönen zur akustischen Kommunikation ist ein bekanntes Phänomen in der Fischökologie. Vor allem marine Fischarten der Familie Triglidae (Knurrhähne) aber auch viele andere Fischfamilien sind bekannt für ihre Fähigkeit Töne zu produzieren.
Knurrhähne produzieren Töne über eine speziell ausgebildete Schwimmblasenmuskulatur. Durch sie wird die Schwimmblase zum schwingen gebracht um i.d.R. niederfrequente Töne zu erzeugen. Obwohl die Produktion solcher niederfrequenter Töne bei über 1000 unterschiedlichen Fischarten nachgewiesen ist, ist deren verhaltensökologische Bedeutung noch weitgehend ungeklärt.
Im Rahmen einer Diplomarbeit sollen Tonmuster und die zeitliche Dynamik der Tonproduktion bei Knurrhähnen untersucht werden. Mit Hilfe eines hoch empfindlichen Unterwasserhydrophones, begleitenden Videoaufnahmen und zusätzlichen Verhaltensexperimenten (Konkurrenz um Futter, Aufbau eines Prädationsrisikos etc.) sollen von einzelnen Tieren unter definierten Situationen abgegebene Töne einem bestimmten Verhalten zugeordnet werden. In einem weiteren Ansatz sollen dann von Knurrhähnen aufgenommene Töne über einen Unterwasserlautsprecher anderen Knurrhähnen vorgespielt werden um deren Verhaltensreaktion auf akustische Signale ihrer Artgenossen zu untersuchen.



