Die Sektion Küstenökologie ist beteiligt an der Deutsch-Indonesischen Forschungsinitiative SPICE II (Science for the Protection of Indonesian Coastal Marine Ecosystems II).
http://www.zmt-bremen.de/Page1179.html
Wissenschaftler des AWI arbeiten dort im Cluster I / Teilprojekt 3
http://www.zmt-bremen.de/Cluster_1.html
an der Erforschung tropischer Seegrasökosysteme.
Das Untersuchungsgebiet liegt im Spermonde Archipel, einer grossen Gruppe von Riffen und Sandbänken im Südwesten der Indonesischen Insel Sulawesi. Viele dieser Sandbänke sind so stabil dass sich dort Süsswasser und Bäume halten können, und dort befindet sich dann auch eine rasant wachsende Bevölkerung. Da die meisten Menschen direkt oder indirekt vom Meer leben sind die natürlichen Ressourcen einer enormen Belastung ausgesetzt: Riffe und Sandbänke werden abgebaut um Baumaterial zu gewinnen, und die unkontrollierte und unnachhaltige Entnahme von Fischen, Muscheln und Korallen gefährdet den Fortbestand vieler Arten. Seeschildkröten und Seekühe sind praktisch ausgestorben. Die Metropole Makassar, mit 1,5 Millionen Einwohnern die grösste in der gesamten östlichen Hälfte Indonesiens, liegt an der Küste Sulawesis mitten im Archipel. Dies führt natürlich zu zusätzlichen Belastungen wegen der Einleitung von ungeklärten Abwässern und Abfall.
Insgesamt 13 Arten von Seegras bilden im flachen Wasser auf den Riffdächern um die Sandbänke dichte gemischte Bestände. Das AWI untersucht wie resistent diese Seegrawiesen gegenüber natürlichen und menschengemachten Störungen sind, und auch die Austauschprozesse zwischen Seegraswiesen und Korallenriffen werden gemessen. Ein Fokus liegt dabei auf der Erforschung von Maulwurfs- und Pistolenkrebsen, welche in der Abwesenheit der grossen weidenden Seeschildkröten und Seekühe wahrscheinlich eine wichtige Rolle im Nahrungskreislauf der Seegraswiesen einnehmen. Gleichzeitig werden Daten über Fische, Muscheln und Schnecken gesammelt, von denen viele intensiv von der einheimischen Bevölkerung gesammelt und gegessen werden. In einem grossen Strömungskanal („Flume“) und grossen Inkubationskammern (Unterwassergewächshaus) wurden die Stoffflüsse zwischen Seegras, Wasser und Korallen gemessen.
Wissenschaftler und Studenten des CCRR (Center for Coral Reef Research) der Hasanuddin Universität Makassar sind bei allen Untersuchungen beteiligt. Die gewonnenen Ergebnisse sollen in Küstenplanungsempfehlungen der lokalen und nationalen Regierung einfliessen.
Ansprechpartner für dieses Projekt sind Dr. Harald Asmus
http://www.awi.de/People/show?hasmus
und Dominik Kneer
http://www.awi.de/People/show.php?dkneer



