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Leben im Watt - Grüner Seeringelwurm

Grüner Seeringelwur

Grüne Seeringelwürmer beim letzten Tanz vor dem Tod (Foto: K. Reise)

Erwärmt sich im Frühjahr das Meerwasser auf 6 Grad und der Mond stand gerade auf voll oder neu, dann kann auch in windstillen Nächten das Wasser plötzlich zu "kochen" beginnen. Seeschlangen gleich tanzen unzählige Würmer ihren lautlosen Walzer im Meer. Zwei oder drei Jahre lang wachsen sie im Wattboden heran. Sie sind dunkelgrün auf dem Rücken, rot-orange die seitlichen Paddel und der Bauch. Bei Sylt können sie bis 30 cm lang werden und leben in tief verzweigten Gängen. Dann wandeln sich die Männchen und werden gänzlich metallisch grün. Ihre Augen sowie die zahllosen Paddel werden größer. Nun sind sie bereit zum letzten Tanz.
Wie auf Verabredung schwimmen sie aus ihren Gängen und wirbeln wie toll im Wasser herum. Dabei verstreuen sie ihr Sperma, werden schließlich schlapp und treiben totmüde an den Strand. Die Weibchen tanzen nicht mit. Sie bleiben im Boden, pumpen Wasser durch ihre Gänge und dabei kommt Sperma an ihre Eizellen. Das Leben neuer Würmer kann beginnen, die Alten müssen sterben.
Der Grüne Seeringelwurm wanderte erst vor hundert Jahren in die Nordsee ein und lebt vornehmlich seewärts der Watten, ständig unter Wasser. In Amerika ist er zahlreicher und bewohnt das ganze Watt. Möglicherweise ist er von dort im Bauch eines Schiffes erst nach Europa gekommen und hat sich die Küsten der Alten Welt erobert.
 


 
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