Leben im Watt - Schlauchalge

Mikroskopische Aufnahme von schlauchbildenden Kieselalgen der Gattung Berkeleya. Man sieht die enzelnen Zellen, die insgesamt von einer Hülle umgeben werden, aber auch leicht heraus schlüpfen können. Die Büschel dieser Schläuche sind größeren Braunalgen zum Verwechseln ähnlich (Foto: R. Asmus)
Auf den Sylter Wattflächen wachsen eine Vielzahl von kleinen und großen Algen. Eine Form täuscht den Spaziergänger leicht über ihren wahren Charakter. Vom Frühjahr bis zum Herbst sind bräunliche Büschel von bis zu ca. 15 cm Länge sowohl auf dem Wattboden als auch auf Seegras wachsend zu finden. Was zunächst aussieht wie eine braune Großalge wird aber von einzelligen Kieselalgen der Gattung Berkeleya gebildet. Nur im Mikroskop sieht man, dass die scheinbare Großalge aus einem Gewirr von Schläuchen besteht, in denen sich die kleinen Algen von ca. 50 Tausendstel Millimeter Größe frei gleitend bewegen (Foto). Die Schlauchhüllen werden von den Einzellern selbst produziert, die sie bei ungünstigen Bedingungen verlassen und dann einzeln am Wattboden weiter leben, bis sie unter besseren Bedingungen wieder Schläuche bilden. Insgesamt ist diese Alge aber trotz ihrer zarten Form recht robust. Sie wächst schon den kalten Temperaturen im März bis es ihr im Sommer zu heiß wird. Wenn es auf den Wattflächen über 25°C warm wird, was ja nicht so häufig ist, leidet Berkeleya. Im kühleren Herbst wächst sie noch einmal kräftig. Auch starker Sonnenschein und wechselnde Salzgehalte schaden ihr wenig, so dass sie auf unseren Wattflächen häufig zu finden ist.


