Leben im Watt - Meeresleuchttierchen

Bringt das Meerwasser zum leuchten: das Meeresleuchttierchen (Foto: G. Drebes)
Auch wenn es auf den ersten Blick ziemlich klar und durchsichtig erscheint, das Wasser des Wattenmeeres steckt voller Leben. Unzählige Organismen schweben darin und werden mit dem Gezeitenstrom hin und her transportiert. Dieses sogenannte Plankton (Plankton = das Umhergetriebene) ist mikroskopisch klein und zeigt eine unglaublich große Artenvielfalt. Vor allem findet man Kieselalgen (Diatomeen) und Panzergeißler (Dinoflagellaten) in wunderbar bizarren Formen, deren Schönheit so manchen Goldschmied inspirieren könnte. Die Dinoflagellaten können durch spezielle Bewegungsapparate aktiv schwimmen und durch ihre vielfältigen Lebensformen begeistern sie die Wissenschaft immer wieder.
Ein besonderer, weltweit verbreiteter Dinoflagellat ist das Meeresleuchttierchen Noctiluca. Dieses ist mit etwa 0,5 mm Durchmesser vergleichsweise groß und macht noch auf eine andere Weise auf sich aufmerksam. Alle paar Jahre vermehrt sich das Meeresleuchttierchen so massenhaft, dass sich das Wasser rot verfärbt. Die Rotfärbung kommt durch die aufgenommene Nahrung dieses nicht wählerischen, gefräßigen Räubers. Diese Massenvermehrung und die damit verbundene Wasserfärbung bezeichnet man als "Rote Tide", die zwar außergewöhnlich, aber für den Menschen nicht giftig ist.
Wie der Name sagt, kann das Meeresleuchttierchen aber noch viel spektakulärer auffallen. Es verursacht Meeresleuchten ! Gerade während eines späten Bades in einer lauen Sommernacht, kann man durch das hell erleuchtete Wasser um einen herum überrascht werden. Durch unsere Schwimmbewegungen werden die einzelligen Tiere angeregt und beginnen zu leuchten. Eine Eigenschaft die heute immer noch fasziniert und in der Wissenschaft als Biolumineszenz bezeichnet wird.


