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Leben im Watt - Austernfischer

Austernfischer

Ein Austernfischer, der eigentlich gar keine Austern mag (Foto: C. Buschbaum)

Mit dem roten Schnabel, dem schwarzweißen Gefieder und seinem lautstarken Gezeter ist der Austernfischer ganz sicher einer der auffälligsten und auch häufigsten Brutvögel unserer Küste. So leben etwa 7000 Brutpaare in Schleswig-Holstein. Auf den Inseln brüten sie am Sandstrand, in den Dünen und auf Salzwiesen. Hier legen sie ihre spartanischen Nester an, in denen man ab Mitte Mai meist 3 Eier finden kann. Ihrem Brutplatz bleiben die Tiere über viele Jahre treu und werden dabei bis zu 35 Jahre alt.
Anders als der Name vermuten lässt, stehen Austern nicht auf dem Speiseplan des Austernfischers. Stattdessen ernährt er sich vorwiegend von Würmern und Muscheln. Wissenschaftliche Studien ergaben, dass die Tiere individuell auf eine bestimmte Beute spezialisiert sind. Das kann man sehr gut an der Form ihrer Schnäbel erkennen. Drei Schnabelformen lassen sich unterscheiden: Pfriem-, Meißel - und Hammerschnabel. Tiere mit zugespitzten Pfriemschnäbeln haben sich auf Würmer spezialisiert, die sie mit Sinneszellen an der Schnabelspitze im Wattboden erfühlen können. Weniger sensibel geht es bei den anderen beiden Schnabeltypen zu. Mit einem Meißelschnabel ausgerüstete Tiere stoßen blitzschnell in leicht geöffnete Muscheln und meißeln diese förmlich auf, um an das Muschelfleisch zu kommen. Hammerschnabeltypen gehen noch rigoroser vor und zertrümmern mit Schnabelschlägen die Schalen der Muscheln. Auf solche Weise geöffnete Muscheln kann man manchmal beim Strandspaziergang finden: von zwei Schalenklappen ist eine zertrümmert. Halten Sie doch einmal die Augen auf!
 


 
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