Elektroniker: Max Görler
Elektronik-Ingenieur, der sich der Herausforderung stellt, für etwa 15 Monate an der Polarstation zu arbeiten - so liest sich die aktuelle Stellenanzeige auf der AWI-Webseite. Schon beim Lesen der Stellenanzeige zum Ende meines Studiums 2004 in Kiel war ich fasziniert davon, in einer Forschungsstation ein gutes Jahr für die Kommunikationsdienste von A (wie Amplitudenmodulation beim Funk) bis Z (wie zirkulare Polarisation beim GPS) zuständig zu sein.
Meine interessante Stelle am DESY in Hamburg habe ich nach langem Überlegen gekündigt. Auch wenn einige Kollegen den Kopf schüttelten, so hatten letztendlich doch alle Verständnis für meine Entscheidung.
Ich gehöre nun zum technischen Teil der Überwinterungsmannschaft, was auch bedeutet, ich werde von der Reederei Laeisz als Seemann bezahlt. Im täglichen Leben gehört man aber zum AWI. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar-und
Meeresforschung gehört (wie auch das DESY) zur Helmholtz-Gemeinschaft, einem Zusammenschluß von Großforschungseinrichtungen. Daher fühle ich mich gewissermaßen noch in der „Familie“, bin aber vom Beschleunigerbetrieb zum
Stationsbetrieb gewechselt.
Ein Aufgabenschwerpunkt ist die Aufrechterhaltung der Kommunikationsinfrastruktur, bestehend aus der Satellitenstandleitung, Computernetzwerk und PCs. Daneben gehören mehrere Iridiumtelefone, UKW-Funkgeräte, Kurzwellenfunkgeräte und GPS-Empfänger dazu.
Weiterhin bin ich Ansprechpartner für PC- und Elektronikprobleme aller Art - zusammengefaßt bin ich also der IT-Hausmeister.
Mein Hobby „Segeln“ muß ich nun leider für den langen Winter ruhen lassen, auch wenn das Stationsleben als Gruppe manchmal schon einer Seereise gleicht. Enttäuschen muß ich leider die Funkamateure, mangels Lizenz darf ich leider nur im Seefunk tätig sein.



