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Polarstern hat die Eisendüngung begonnen

Bremerhaven, 27. Januar 2009. Nach der Genehmigung durch das Bundesforschungsministerium hat das Forschungsschiff Polarstern mit dem Eisendüngungsexperiment LOHAFEX begonnen. Der erste Schritt war das Ausbringen einer Treibboje mit Peilsendern im Zentrum des für das Experiment geeigneten geschlossenen Ozeanwirbels. Dann wurde in zwei Tanks von je sieben Kubikmeter Größe das Eisensulfat in Meerwasser gelöst und gemischt. Heute Mittag wurde dann die  Eisensulfatlösung  ausgebracht. Dazu begann das Schiff in einer Spirale um die Treibboje zu fahren, zunächst mit engen Windungen, die sich nach und nach öffnen. Die Eisenverdünnung wird über einen größeren Gartenschlauch entleert, der mittels eines Gewichts 15 Meter tief ins Schraubenwasser von Polarstern am Heck eingelassen wurde. Die eigentliche Düngung umfasst die ursprünglich geplante Fläche von 300 Quadratkilometern und wird ca. 24 bis 48 Stunden dauern, je nach Wetterlage. Zurzeit herrschen Windstärken um sieben und eine Lufttemperatur von ca. 9° C. Die Wissenschaftler waren froh, sofort am Montagabend mit dem Experiment beginnen zu können, da durch die Wartezeit die für das Experiment zur Verfügung stehende Zeit schon auf 40 Tage geschrumpft ist.


Durch ein Mischventil werden Spuren von SF6 hinzugefügt, eine Substanz die noch in sehr feinen Konzentrationen von empfindlichen Messgeräten (Gaschromatographen) gemessen werden kann. Damit kann das Wasser, das mit Eisensulfat gedüngt wurde, sehr genau verfolgt werden. SF6 ist inert, d.h. es verbindet sich mit keiner anderen Substanz und ist daher biologisch unwirksam.  Ein Tank ist nach ein bis zwei Stunden leer, sodass dann auf den zweiten umgeschaltet wird. Diese Prozedur wird fortgesetzt bis mit 10 Tonnen Eisensulfat eine Fläche im Durchmesser von 20 Kilometer gedüngt ist.


Im Anschluss wird das Schiff zur Boje in der Mitte zurückfahren und Wasserproben nehmen, um die erreichte Konzentration von Eisen zu messen. Auch die Algen werden sofort beprobt, da schon Stunden nach der Eisenzugabe eine Erhöhung ihrer Produktionsleistung erwartet wird. Bis die Biomasse allerdings messbar ansteigt, werden ungefähr 14 Tage vergehen.
Bei Bedarf wird nach ca. sieben bis zehn Tagen im Zentrum nochmals nachgedüngt, weil damit gerechnet werden muss, dass alles Eisen bis dahin aufgenommen wurde oder durch "rosten" ausgefallen (abgesunken) ist. Dieses Nachdüngen war bei allen vorherigen Experimenten ebenfalls notwendig, da sich die Biomasse antarktischer Algen sehr langsam aufbaut und messbare Größen erst nach ca. 20 Tagen erreicht werden.

 

Hier finden Sie die aktuellen Berichte von der Expedition.


 
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