Informationen des Alfred-Wegener-Instituts vom 16. Januar 2009
16.01.2009 Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft gebeten, mit dem Eisendüngungsexperiment LOHAFEX so lange zu warten, bis eine unabhängige, internationale wissenschaftliche Bewertung der möglichen Umweltbeeinträchtigung durch das Projekt von dritter Seite erfolgt. Die Ergebnisse dieser Begutachtung werden von den Gutachtern an das Bundesministerium für Bildung und Forschung gesendet, das mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu diesem Thema in Kontakt steht. Die Düngung selbst wird vom Alfred-Wegener-Institut erst gestartet, wenn diese Prüfung keine Bedenken hervorbringt. Für die Expedition mit dem Forschungsschiff Polarstern ergeben sich dadurch bisher keine Verzögerungen im geplanten Ablauf der Expedition. Momentan befindet sich Polarstern auf der Anfahrt ins Untersuchungsgebiet, einen Meereswirbel nordöstlich der Insel Südgeorgien. Bevor die Düngung voraussichtlich Ende Januar startet, muss die Eignung des Wirbels nochmals vor Ort überprüft werden. In diesem Zuge werden umfangreiche ozeanographische, physikalische, chemische und biologische Voruntersuchungen durchgeführt, die später die Grundlage für die wissenschaftliche Auswertung darstellen. Im Rahmen von LOHAFEX wird entsprechend einem deutsch-indischen Memorandum of Understanding wissenschaftliche Grundlagenforschung betrieben, die ein besseres Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs zum Ziel hat und die Grundlagen schaffen soll, eine bessere Einschätzung der Risiken einer Eisendüngung des Ozeans zu geben. Möglicherweise können die Ergebnisse des kontrollierten Düngeexperimentes ein Verbot der kommerziellen Eisendüngung gemäß der Empfehlungen der Bonner Konferenz der Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD) wissenschaftlich untermauern. Damit unterscheidet sich das Experiment grundlegend von den Zielen einiger Firmen, die im Rahmen des Emissionshandels mit der Düngung der Meere Geld verdienen möchten. Bereits im Vorfeld der Expedition haben sich die international renommierten Meeresforscher Prof. Dr. Victor Smetacek und Dr. Wajih Naqvi, Fahrtleiter der Expedition, dafür stark gemacht, die Aufsicht über kommerzielle Eisendüngung einem internationalen Expertengremium unter der Verantwortung der Vereinten Nationen zu unterstellen.
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Hier finden Sie die Pressemitteilung vom 13. Januar 2009.


