Müll im Meer
Müll in den Meeren ist ein Problem globalen Ausmaßes. Die Nordsee ist mit ihren dicht besiedelten und hoch industrialisierten Küsten sowie hohem Schiffsaufkommen erheblich betroffen. Speziell Plastikabfälle belasten das Meer, da sie sehr beständig sind und extrem langsam verwittern.
An den Stränden, an der Meeresoberfläche und am Meeresboden ist Zivilisationsmüll nicht nur ein ästhetisches Problem. Meeresorganismen nehmen Abfallpartikel mit der Nahrung auf, was zu Verletzungen von Verdauungsorganen und zum Tode der Tiere führen kann. Die in den Abfallpartikeln enthaltenen chemischen Substanzen reichern sich im Nahrungsnetz an und können so schließlich auch den Menschen erreichen. Arten aus anderen Meeresgebieten nutzen treibenden Müll als Transportmittel, das sie über weite Strecken bis in die Nordsee bringt (siehe auch Neobiota).
In den 1980er Jahren wurde die Entsorgung von Plastikabfällen ins Meer durch das MARPOL-Abkommen reglementiert, was bisher das Müllaufkommen in den Meeren jedoch nicht erkennbar reduziert hat. Vergleichbar mit dem Kohlendioxid in der Atmosphäre sind einmal ins Meer gelangte Kunststoffabfälle kaum mehr zu beseitigen. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung untersucht und dokumentiert gemeinsam mit internationalen Partnern das Vorkommen und die Auswirkungen von Müll in der Nordsee.





