Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite

 

 

Krankheitserreger im Meerwasser in Zeiten des Klimawandels: Der Fall Vibrio

Vibrio Kolonien auf Selektivmedium

Ein weltweites Problem für das Gesundheitswesen sind Infektionen, die durch Kontakt mit Wasser oder durch den Konsum von Meeresfrüchten ausgelöst werden. Neben Vibrio cholerae (Cholera-Erkrankungen), können vor allem die Bakterien Vibrio vulnificus sowie Vibrio parahaemolyticus durch Kontakt mit Seewasser bzw. den Verzehr von Meeresfrüchten auf den Menschen übertragen werden und führen häufig zu schweren Erkrankungen.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltfragen (WBGU) gibt an, dass die globalen Klima-Veränderungen bereits zu einem Anstieg der Oberflächen-Temperatur der Ozeane um etwa 1 °C geführt haben. Die Langzeitserie der Biologischen Anstalt Helgoland in der Deutschen Bucht zeigt, dass die Wassertemperatur der Nordsee seit 1962 sogar um mindestens 1,5 °C angestiegen ist. Diese Erhöhung der Wassertemperatur könnte nun direkt das Wachstum von Vibrionen beeinflussen und damit zu einer nördlicheren Verbreitung krankheitserregender (pathogener) Vibrio Arten führen.


 

Hämolytische Aktivität von Vibrio parahaemoylticus auf Blutagar

Bis heute gibt es nur wenige Studien über humanpathogene Vibrionen in Nordeuropa. Das liegt auch darin begründet, dass zumindest in Deutschland Infektionen bislang nur sporadisch auftreten. Gleichwohl belegen mehrere Studien den starken Einfluss der Temperatur auf das Wachstum pathogener Vibrionen. Man darf daher annehmen, dass auch humanpathogene Vibrionen sich bei einer Erhöhung der Temperatur sowohl in der Nordsee als auch in der Ostsee in der Zukunft verbreiten können.

Das Alfred-Wegener-Institut untersucht dieses wachsende Problemfeld im Rahmen des Zoonoseverbundes VibrioNet vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (http://www.vibrionet.de/), um erstmals eine Risikobewertung für Deutsche Küsten zu ermöglichen.


 
Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite