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Samoylov-Station

Accomodation building of the Samoylov Station. The accomodation space is extended by tents during high season.

Wohngebäude der Samoilov-Station kurz vor Gewitter. Die blauen Zelte im Vordergrund dienen der Wohnraumerweiterung in der Forschungs-Hochsaison.

Die Forschungsstation befindet sich an der südlichen Küste der Insel Samoilov (N 72°22, O 126°28) inmitten des Lena-Deltas nahe der Laptewsee. Die Insel ist 1200 Hektar groß und kann von der sibirischen Hafenstadt Tiksi (Flüge nach Tiksi: aus Moskau, Sankt Petersburg oder Jakutsk) mit dem Hubschrauber (etwa 45 Minuten Flugzeit) oder mit dem Schiff (etwa 12 Stunden Fahrtdauer) erreicht werden.

Ursprünglich war die Station die logistische Basis des Lena-Delta-Reservates, zusammen mit den Neusibirischen Inseln eines der größten Naturschutzgebiete Russlands. Die Samoilov-Station verfügt über ein langes hölzernes Hauptgebäude und einem Anbau, der 2005 errichtet wurde. Eine Waschküche und eine Sauna, drei kleinere Holzhäuser, die als Lager dienen, und ein großer Eiskeller im Dauerfrostboden (russ. Lednik) vervollständigen die Forschungsbasis.

Insgesamt besitzt die Station Wohn- und Arbeitsplätze für acht Personen während des Winters. Im Sommer, wenn zusätzlich Zelte als Unterkünfte genutzt werden, können sich hier bis zu 16 Personen aufhalten. Es existiert eine Funkverbindung nach Tiksi sowie eine Satellitenverbindung, die während des Stationsbetriebs den Email-Kontakt ermöglicht.

Von der Station aus können die den experimentellen Langzeituntersuchungen dienenden Apparaturen und Messpunkte einschließlich der automatisierten Klima- und Bodenstation sowie die Instrumente zur Messung der Spurengasflüsse zu Fuß in 20 Minuten erreicht werden. Seit 1998 produzieren die automatisierten Boden- und Meteorologie-Stationen leistungsstarke Datenserien. Zukünftig werden auch die Messungen der Spurengase automatisiert betrieben. Darüber hinaus erfolgen seit 1998 bis heute Haubenmessungen von Methan.


 
Overview of the buildings of the research station

 

Das Lena-Delta ist eine für das Verständnis der Prozesse im Dauerfrostboden der Sibirischen Arktis entscheidende Region. Die Projekte „System Laptev Sea“, „System Laptev-Sea 2000“ und „The Dynamics of Permafrost in the Laptev Sea“ finden im Rahmen der Russisch-Deutschen wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Russischen Ministerium für Wissenschaft statt.

Die oben genannten Projekte ermöglichen, wichtige wissenschaftliche Daten zur Kohlenstoff-Dynamik sowie den damit verknüpften mikrobiologischen Prozessen, zum Energie- und Wasserhaushalt der arktischen Tundra, zur Entwicklung des Dauerfrostbodens und zur Dynamik der arktischen Küste zu sammeln. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für zukünftige Vorhersagen des Einflusses möglicher Klimaänderungen auf das sensible Ökosystem der Arktis.

Die Forschungsstation Samoilov wurde vom Lena-Delta-Reservat und dem Alfred Wegener-Institut als logistische Forschungsbasis für langfristige Geländeuntersuchungen zur Ausbildung und Degeneration der Permafrostböden, zur Umsetzung und Emission von Treihausgasen wie Methan und Kohlenstoffdioxid, zur Hydrologie der sommerlichen Auftauschicht des Dauerfrostbodens sowie zur Bildung und Entwicklung des Lena-Deltas errichtet.


 
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