Richtfest an Neumayer-Station III und das erste wissenschaftliche Observatorium wird eingerichtet.

Die Neumayer-Station III trägt mittlerweile ihren Namen auf der Nordseite. Foto: Michael Trapp, realnature.tv

Thomas Kröger (ARGE Neumayer III) und Jürgen Janneck (Alfred-Wegener-Institut) beim Richtfest an der Neumayer Station III. Foto: Michael Trapp, realnature.tv

Richtfest an der Neumayer-Station III. Foto: Michael Trapp, realnature.tv

Foto: Michael Trapp, realnature.tv
Die Tage an der Baustelle Neumayer III vergehen wie im Fluge. Um
sieben Uhr morgens ist Baubeginn, und der Gang zum Arbeitsplatz durch
Schnee und Eis ist längst zur täglichen Routine geworden. Schon über
zwei Monate arbeitet die Mannschaft ohne Pause und treibt den Bau
voran. Die Zeit und Anstrengungen haben ihre Spuren hinterlassen. Die
Abende im Baucamp sind ruhig und kurz. Jeder versucht die Stunden
Schlaf zu nutzen. Bis zum nächsten Morgen, wenn die Baustelle wieder
zum Leben erwacht.
Inzwischen arbeiten die Männer an den letzten Fassadenteilen an der
Südseite der Station, und auf dem Dach wird damit begonnen Laufstege,
Geländer und diverse Antennen zu montieren. Im Inneren verschwinden
langsam die Bauspuren, und man bekommt immer mehr einen Eindruck, wie
es in wenigen Wochen in der Station aussehen wird. Setzt man sich in
eines der durch Heizlüfter erwärmten Zimmer und schaut durch das
Fenster in das weite Weiss, könnte man die Baustelle und das Gewusel
um einen herum fast vergessen.
Doch spätestens der rege Funkverkehr auf der Baustelle reißt einen
zurück in die Realität. Dort werden neue Container mit verschiedensten
Baustoffen benötigt, die Baufahrzeuge müssen nachgetankt werden und
eine der Hebebühnen hat sich in dem weichen Schnee fest gefahren und
muss mit dem Pistenbully heraus gezogen werden.
Etwa 150 Meter von der Station entfernt wurde bereits das Fundament
für die Windkraftanlage in das Eis gesetzt. In einzelnen Schritten
wird nun der Mast darauf errichtet, und die Spezialisten haben
begonnen, die Schalttafeln in der Energiezentrale der Station
einzurichten.
Mit dem letzten Flug aus Kapstadt sind weitere Techniker und auch
Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes eingeflogen worden. Sie
beginnen dieser Tage, die ersten wissenschaftlichen Observatorien
aufzubauen. So auch das Spurenstoff Observatorium, kurz Spuso genannt,
welches gut 2 Kilometer von der Station entfernt auf einer Plattform
über dem Eis montiert wurde.
Insgesamt arbeiten zur Zeit mehr als 80 Menschen an der Neumayer III
Station, den Observatorien und der Windkraftanlage, und alle arbeiten
Hand in Hand, um die Station zum Laufen zu bringen.
Trotz all der Anstrengungen und des engen Zeitplans durfte an der
südlichsten Baustelle Deutschlands das traditionelle Richtfest nicht
fehlen. Und am Abend des 11. Januars war es endlich soweit. Hoch über
der Ballonhalle hing der Richtkranz der Neumayer-Station III, und ab
17:00 Uhr waren alle geladen, um die bisherige Arbeit zu würdigen und
darauf anzustoßen. Die Küche der Neumayer II Station hat die Planung
und Versorgung der Festlichkeit übernommen, und der Richtmeister aus
dem Team der Stahlbauer, Thomas Kröger, hat seinen Richtspruch an die
eisige Umgebung angepasst. Das Alfred-Wegener-Institut wurde durch die
Bauaufsicht Jürgen Janneck vertreten, und der Abend entwickelte sich
zu einem gelungenen Fest, das sicherlich auch der Mannschaft und der
Stimmung gut getan hat. Pünktlich um sieben Uhr ging der Baubetrieb am Tag darauf weiter.
Jeder Tag lässt die Station weiter wachsen, und so sehen wir dem
angekündigten Sturm am Wochenende gelassen entgegen. Denn bis dahin
wird die Fassade geschlossen und die Station vor jedem Wetter
geschützt sein.
Michael Trapp, realnature.tv im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts



