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Radiosondenaufstiege

Einmal täglich um die Mittagszeit wird ein Radiosondenaufstieg durchgeführt. Dabei wird ein Vertikalprofil der Atmosphäre von Luftdruck, Temperatur, relativer Feuchte und Wind erstellt. Seit März 1992 finden einmal wöchentlich auch Ozonmessungen statt. Die Sondenaufstiege erreichen Höhen bis über 35 km.


Es werden VAISALA RS92 Radiosonden an Helium gefüllten Ballonen (TOTEX 600, 800, 1500) verwendet. Die Messwerte werden codiert (FM35-Temp) und direkt per Email an das Global Telecommunication System (GTS) übertragen, dort gehen sie in die Wettervorhersagen mit ein.

Um Ozonprofile zu erstellen, wird zusätzlich ein Ozonsensor (VAISALA, ECC6A) an der Radiosonde befestigt. Die Windkomponente wird mit Hilfe des GPS Navigationssystems bestimmt. Datenempfang und -prozessierung wurden ursprünglich von einem MicroCORA System (VAISALA) übernommen, im März 1992 wurde die MicroCORA durch die DigiCORA II (VAISALA) ersetzt. Seit November 2003 wird die DigiCora III verwendet.

 

balloon house

Ballonstart

ozone sonde

Startvorbereitungen


 

Mittlere Vertikalprofile

Die mittleren Temperaturprofile zeigen im Sommer eine gut ausgeprägte Tropopause und eine relativ warme Stratosphäre. Im Winter fällt die Temperatur dort unter -85 Grad Celsius.

Die relative Luftfeuchte nimmt in der Troposphäre kontinuierlich mit der Höhe ab und geht in der Stratosphäre gegen Null. Dies wird zum Teil dadurch verursacht, dass die relative Luftfeuchte bezüglich des Sättigungsdampfdrucks über einer ebenen Wasseroberfläche definiert ist und dieser immer größer ist als der über Eis.

Östliche Winde (negative zonale Komponente) dominieren das Windfeld der unteren Troposphäre bis zu einer Hoehe von 4000m im Winter und 6000m im Sommer. In höheren Bereichen dominieren während des Winters starke Westwinde, was mit dem während der dunklen Jahreszeit gut ausgeprägten Polarwirbel zusammenhängt. Sehr starke stratosphärische Winde (über 50 m/s), die Warmluft aus niedrigeren Breiten advehieren, werden jedes Jahr im Frühling beobachtet.

Die meridionale Windkomponente ist normalerweise in allen Höhen das ganze Jahr über vergleichsweise klein und aus südlicher Richtung.

 

 

Zonal and meridional wInd profiles

Zonale und meridionale WIndprofile

Temperature and humidity profiles

Temperatur- und Feuchteprofile


 

Typische Zeit-Höhen-Schnitte aus Neumayer (1993)

Ozone partial pressure

Ozon-Partialdruck

Temperature

Temperatur


 
Meridional wind

Meridionaler Wind

Zonal wind

Zonaler Wind


 
Wind direction

Windrichtung


 

Archivierung und Abfrage der Daten

Am AWI werden die Radiosondenmesswerte zusammen mit den 3-stündlichen synoptischen Beobachtungen und bodennahen Strahlungsmessungen in einer relationalen Datenbank (SYBASE) archiviert. Sie enthält Radiosondendaten seit dem 21. Februar 1983. Aktuelle Radiosondenmesswerte werden normalerweise einmal im Jahr in die Datenbank gespeist.

Auf die Messwerte aus der Datenbank kann auf zwei Arten direkt zugegriffen werden:

 

Neuigkeiten zum Status der Datenbank finden Sie hier.

Veröffentlichungen

Die meteorologischen Messwerte der Neumayer Station wurden in den Reports on Polar Research

  • Volume 30 (1981, 1982),
  • Volume 38 (1983, 1984),
  • Volume 64 (1985, 1986, 1987),
  • Volume 116 (1988, 1989, 1990, 1991),
  • Volume 187 (1992, 1993, 1994).
  • veröffentlicht. Weitere Datenreports werden nicht mehr erstellt, da die Daten im Internet zur Verfügung gestellt werden.



Alle Reports sind erhältlich beim:

Alfred Wegener Institut
Stiftung für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven
Postfach 12 0161
D-27515 Bremerhaven.

 


 
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