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AtkaXpress von nun an online

Liebe Leser und Fans von Deutschlands südlichstem Magazin der Welt, 

Im AtkaXpress berichten die Mitglieder des Neumayer-Überwinterer-Teams in regelmäßigen Abständen von ihrem Leben und ihrer Arbeit an der Antarktis-Forschungsstation Neumayer III. Seitdem haben die Kollegen und Kolleginnen der Teams viele eindrucksvolle Beiträge geschrieben. Diese finden Sie archiviert unter den Jahreszahlen in der linken Spalte. Seit Dezember 2014 ist das 35. Team auf Neumayer und berichtet in diesem Blog. Sollten Sie Fragen haben, erreichen Sie unsere Blogautoren unter der E-Mail-Adresse atkaxpress(at)awi.de. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!


 
 

2. April 2015: Kein Gärtnern im Süden

Für alle Leser, die gestern etwas ungläubig auf den Gartenreport unseres Neumayer-Teams geschaut haben: Der Beitrag war natürlich unser Aprilscherz 2015 und folgt unserer langjährigen AtkaXpress-Tradition, am 1.4. Kurioses aus der Antarktis zu vermelden.

Beste Grüße

Sina Löschke

 


 

1. April 2015: Gartenarbeit im Süden

Tägliche Gartenarbeit. Stationsleiterin und Ärztin Petra Göߟmann-Lange beim Umgraben. Foto: Jens-Peter Biethan, Alfred-Wegener-Institut

IT/Funk Experte Jens-Peter Biethan im Ernteglück. taufrische Kürbisse sind der Lohn für die Gartenpflege (Sorte: Artic Giants). Foto: Alfred-Wegener-Institut

Häufig erreichen uns aus Deutschland Anfragen, wie wir die Nahrungsversorgung mit frischen Lebensmittel sicherstellen. Während des (Süd-) Sommers erhalten wir regelmäßig frisches Obst und Gemüse mit dem Flugzeug. Es fliegt als Begleitgepäck mit dem ankommenden technischen und wissenschaftlichen Personal einfach mit. Mit dem Abflug des letzten Fliegers und mit dem Ausbleiben dieser Lieferungen schwindet aber dann auch schon bald unsere Vorrat an frischen Lebensmitteln.

Frisches Obst und Gemüse ist ja auch einer natürlichen Alterung  unterworfen und hält demnach nur eine begrenzte Zeit. Bisher mussten wir daher auf tiefgekühltes  Obst und Gemüse zurückgreifen. Dieses ist zwar durchaus ein guter Ersatz, doch freut man sich natürlich unheimlich, wenn dann im November der erste Flieger frische Lebensmittel bringt.

Aber nun könnte es bald alles ganz anders werden und wir blicken einer "Rundum-Sorglos-Versorgung" mit allen möglichen frischen Köstlichkeiten entgegen. Möglich wird dies durch eine Kooperation mit dem international renommierten Institut GAG ("Global- Antarctic-Gardening"). Ziel ist es, durch gezielte genetische Veränderungen des Saatguts Früchte und Gemüse extrem widerstandsfähig zu machen. Erste Experimente hier vor Ort zeigen, das diese nicht nur völlig problemlos direkt im Eis angepflanzt werden können, sondern auch extrem schnell wachsen. Schon nach wenigen Tagen ist mit einem Ertrag zu rechnen.

Neben Kürbissen (erste Ernte wurde diese Woche eingeholt)  konnten wir Zierpflanzen wie etwa Tulpen anpflanzen, die nun immer Sonntags den Frühstückstisch verschönern. Natürlich bringt dies auch für uns neue, bisher unbekannte Arbeitsaufgaben mit sich. So müssen die Beete wie beim Gärtnern in Deutschland auch, regelmäßig umgegraben werden. Auch gegossen werden müssen die Pflanzen öfters. Aber allgemein sind die Pflanzen außergewöhnlich robust.

Das einzige Problem stellt die Nahrungskonkurrenz mit der einheimischen Tierwelt dar. Durch das Aufstellen einer Vogelscheuche konnten wir allerdings den zwischenzeitlich am frischen Gemüse gefallen findenden Pinguin-Ansturm Einhalt gebieten.  

Es bleibt abzuwarten wie die Pflanzen den Mangel an Sonnenlicht mit dem einbrechen der Polarnacht vertragen. Die beteiligten Forschen haben uns aber versichert, dass auch dies kein Problem sei. Durch die Nutzung der negativen Photosynthese (Dunkelheit wird in Zucker umgewandelt) werden die angepassten Pflanzen sogar noch schneller wachsen!

Frühlingshafte Grüße sendet zum 1. April das Neumayer-Station III Überwinterungsteam!


 

Erste Frühlingsboten. Die gepflanzten Tulpen durchbrechen das Eis. Foto: Jens-Peter Biethan, Alfred-Wegener-Institut

Abschreckungen auf die klassische Art. Die selbstgebaute Vogelscheuche vertreibt die Pinguine. Gut zu erkennen sind auch die Saatfurchen im Schnee. Foto: Jens-Peter Biethan, Alfred-Wegener-Institut

Nahrungskonkurrenten auf dem Eis: Ein besonders gut gesättigtes Kaiserpinguin-Junges. Foto: Jens-Peter Biethan, Alfred-Wegener-Institut


 

16. März 2015: Zum Abschluss eine Runde Pool-Billard

Das Teilnehmerfeld zum Auftakt des Turnieres. Foto: Petra Göߟmann-Lange, AWI

Die glücklichen Sieger Robert (Forcaster, DWD) und Jens (Üwi 2015, Funk/IT). Foto: Petra Göߟmann-Lange, AWI

Nach der 2. Auflage der Neumayer-Open im Tischfußball können wir nun von einem weiteren sportlichen Highlight in der ausklingenden Saison berichten. Denn es wird hier in der Freizeit nicht nur gekickert, was das Zeug hält, sondern es werden auch noch andere Sportarten betrieben. Der Sportraum auf der ersten Unterebene (U1) wird regelmäßig genutzt und auch die Tischtennisplatte erfreut sich häufiger Duelle. Ausserdem gibt es bei den ÜWIs und Gästen einige Fans des Poolbillard.

Daher fand  am 21. Februar 2015 das erste Neumayer-Billardturnier mit insgesamt 12 Teilnehmern/innen um den neu gestifteten (gebastelten) Pokal statt (Vielen Dank nochmals an die Geophysik für die Vernichtung der Rocher-Kugeln).

Die Teilnehmer spielten in Zweierteams zunächst in der Vorrunde um den Einzug ins Halbfinale. Es gab spannende Duelle mit spektakulären Bällen. Im Halbfinale setzten sich dann Robert und Jens sowie Hicham und Pepe gegen Petra/Marcus und Torsten/Markus B. durch.

Das kleine Finale um den 3. Platz konnten Petra und Marcus für sich entscheiden.

Und dann stieg das große Finale. Hier besiegte der Champion und Mitorganisator des Turniers, Robert, zusammen mit Jens Hicham und Pepe klar mit 3:0 .

Gegen 2 Uhr nachts erfolgte dann die Siegerehrung für die glücklichen und verdienten Gewinner. Ein schöner und gelungener Abschluss der Antarktis-Sommersaison 2014/15.

Beste Grüße

Stationsleiterin Petra Gößmann-Lange

 

PS: Wir Üwis trainieren jetzt schon fleissig für die 2. Austragung dieses Turniers in der nächsten Sommersaison.


 

9. Februar 2015: Stationsübergabe an die Neu-Üwis erfolgt…

Ab jetzt verantwortlich für den Betrieb der Neumayer-Station III: Das 35. Überwintererteam. Foto: Alfred-Wegener-Institut

Am 24. Januar war es wieder soweit: In einem feierlichen Rahmen wurde das letztjährige Überwinterungsteam von seinen Pflichten entbunden und das neue Team offiziell in die Verantwortung für die Station und deren Bewohner genommen. Stationskoordinator Eberhard Kohlberg bedankte sich in einer kleinen Rede bei den Alt-Üwis für ihre geleistete Arbeit und für den guten Zustand der Station. Mit dem Unterzeichnen des offiziellen Übergabeprotokolls durch beide Teams war die Übergabe dann vollzogen. Zum Dank bekam jeder Überwinterer des letzten Teams eine Silbermedaille des AWI überreicht.

Unsere beiden Küchenchefs Ralf und Frank (wir haben für die Übergangszeit natürlich zwei Köche) zauberten ein leckeres Büfett, bei dem es an nichts fehlte (u.a. Schweinefilet Wellington im Blätterteig). Bis in die späte Nacht (gut, es wurde natürlich nicht dunkel und eigentlich wurde es auch früh!) wurde gefeiert und auch hin und wieder das Tanzbein geschwungen.

Dann wollen wir alle hoffen, dass es auch uns „Neuen“ mindestens genauso gut gelingen möge, die Station über den nächsten antarktischen Winter zu bringen.

Herzliche Grüße an alle Atka-Express Fans aus der noch „milden“ Antarktis und bis demnächst! Es gibt schon viel zu berichten… Aber bitte gebt uns noch ein wenig Zeit bis es hier wieder ein wenig ruhiger wird.

Markus Eser

Elektrotechnik


 

5. Februar 2015: Die 2. Neumayer-Open - ein Turnierbericht

Die sechs Teams auf einen Blick. Foto: Lothar Brungs, Alfred-Wegener-Institut

Momentaufnahme vom 2. Kickerturnier an der Neumayer-Station III in der Antarktis. Foto: Daniel Armbruster, Alfred-Wegener-Institut

Momentaufnahme vom Kickerturnier. Foto: Lothar Brungs, Alfred-Wegener-Institut

Hallo liebe Kickerfreunde!

Am Samstag den 17.01.2015 war es wieder soweit. Um 20 Uhr Antarktis-Zeit wurden die lang erwarteten zweiten „Neumayer Open“ im Tischfussball angepfiffen. Zwölf Frauen und Männer hatten sich euphorisch in der Lounge eingefunden, um gespannent die Auslosung der Teams zu verfolgen.  Glücksfee Iris, die Seele der Station, zog folgende Paarungen:

Marcus J./Frank

Andi/Johannes

Elena/Markus E.

Markus B./Thomas

Annemarie/Daniel

Robert/Ralf

Die Paarungen versprachen spannende und dramatische Spiele, weil die sogenannten Favoriten nicht zusammen spielten und es im Vorfeld keinen klaren Endspielteilnehmer gab. Johannes, Daniel und Ralf hatten natürlich einen kleinen Vorteil, denn sie hatten die Überwinterung hindurch täglich am Kicker gestanden, beherrschten deswegen verschiedene Tricks und das Passspiel und vor allem Torschüsse, wie den Snake (Jet), Pin und den Pull oder Push-Shot üben. Doch die Frage war: WIRD ES FÜR'S FINALE REICHEN. Schließlich galt u.a. Elena als Geheimfavorit. Mit Ihren gefährlich schrägen Schüssen, die schon mal mit Ansage im Tor versenkt wurden. Was würde der selbsternannte „Abwehrgott“ Markus B. machen? Hatte er die letzten Tage der Überwinterung doch noch für ein Geheimtraining genutzt? Würde er dem Spiel von hinten heraus entscheidende Impulse geben können?

Dann die Neu-Üwi's. Annemarie, Markus E., Frank und Andi. Sie wussten von unserem Kickertraining während der Winterzeit. Doch hatten Sie sich zu Hause auf das Turnier vorbereiten können? Robert, unser Wetterfrosch, Thomas und Marcus J. vom Bauteam. Drei Unbekannte, die man überhaupt nicht einschätzen konnte. Würde Ihnen eine Überraschung gelingen?

Die Spannung wuchs von Spiel zu Spiel. Die Ergebnisse der Hinrunde waren erstaunlich klar und man ging ziemlich zügig in die Rückrunde, deren Spiele sehr eng ausfielen. 30 Prozent der Spiele endeten mit einem 6:5 und sorgten auf diese Weise für richtig gute Stimmung, wobei Elena und Markus immer besser ins Spiel fanden. Ihre Leistung wurde mit einem Sieg über Robert und Ralf gekrönt. Doch im nächsten Spiel mussten die zwei gegen die immer stärker werdenden Frank und Marcus J. antreten, die bei jedem Einsatz großen Bahnhof machten. Elene und Markus verloren undenklich knapp mit 6:5.

Thomas und Markus kämpften und kämpften. Man merkte förmlich, wie die Power aus Ihnen heraussprudelte. Letztendlich aber konnten die zwei dem enormen Druck nicht standhalten. Annemarie und Daniel hingegen lieferten eine solide Leistung ab, wobei Annemarie durch Daniels gute Anweisungen immer besser wurde.

Johannes und Andi schossen in der Vorrunde alle Gegner ab und katapultierten sich schnell an die Spitze. Doch dann kamen wieder Elena und Markus E. und die Spitzenreiter mussten eine schmerzhafte Niederlage einstecken, die wiederum 6:5 ausging.

Nach den Vorrundenspielen ergab sich also folgender Tabellenstand:

1. Johannes/Andi

2. Robert/Ralf

3. Annemarie/Daniel

4. Elena/Markus E.

5. Marcus J./Frank

6. Markus B./Thomas


 

Momentaufnahme vom 2. Kickerturnier an der Neumayer-Station III in der Antarktis. Foto: Daniel Armbruster, Alfred-Wegener-Institut

Momentaufnahme vom Kickerturnier. Foto: Lothar Brungs, Alfred-Wegener-Institut

Momentaufnahme vom 2. Kickerturnier an der Neumayer-Station III in der Antarktis. Foto: Daniel Armbruster, Alfred-Wegener-Institut

Momentaufnahme vom 2. Kickerturnier an der Neumayer-Station III in der Antarktis. Foto: Daniel Armbruster, Alfred-Wegener-Institut

Beitragsautor und Neumayer-Koch Ralf Geisel gemeinsam mit seinem Nachfolger Frank Wienekamp. Foto: Lothar Brungs, Alfred-Wegener-Institut

Die Fünft- und Sechsplatzierten mussten nach der Vorrunde die Segel streichen. Sie aber verabschiedeten sich als Sieger der Herzen, denn eins war klar, Stimmung hatten diese beiden Teams mehr als genug gemacht.

Im Halbfinale kahm es zu Paarungen, die es in sich hatten. Andi/ Johannes gegen Elena Markus E. Da war man gespannt, ob Elena/ Markus die Sensation wiederholen konnten und Andi /Johannes in die ewigen Jagdgründe schicken. Die anschließende zweite Halbfinalbegegnung versprach alleine deshalb schon hohen Kickergenuss, weil sich zwei Alt- Überwinterer  gegenüberstanden und sich die Snakes nur so um die Ohren knallten.

Das erste Halbfinale wurde gegen 23 Uhr angepfiffen. Rund um den Kickertisch versammelten sich immer mehr Zuschauer, die zunächst einem ersten knappen Satzgewinn durch Andi und Johannes applaudierten. Im zweiten Satz versuchten Elena/Markus E. noch einmal zu kontern, doch fehlte ihnen das berühmte Quäntchen Glück.  So fuhren Andi und Johannes einen nie gefährdeten Sieg ein.

Das zweite Halbfinale wurde wie erwartet zu einem Festival der Snakes, wobei Annemarie/ Daniel nach hartumkämpfter Partie den Kürzeren zogen und sich mit Spiel um Platz drei begnügen mussten.

Spiel um Platz drei nahm um Mitternacht seinen Lauf. Es war kein Stehplatz um dem Kickertisch mehr frei. Die Luft knisterte. Anpfiff. Der Ball rollte. Man, das war eng. 6:5 ging der erste Satz an Elena/Markus E. Der zweite Satz ließ im Vergleich zum Ersten nichts vermissen und ging wieder 6:5 aus, nur diesmal gewannen Annemarie und Daniel. Der dritte Satz musste also die Entscheidung bringen und wieder legten sich beide Mannschaften mächtig ins Zeug. Daniel gab Annemarie beim Seitenwechsel noch schnell ein paar Tipps, und beide Teams gingen unverändert an den Tisch. Diesmal aber gelang es dem Überraschungsteam Elena/Markus E. nicht mehr, Daniels knallharten Snakes standzuhalten und so gratulierten sie am Ende Annemarie/Daniel zum dritten Platz.

Nach einer zehnminütigen Pause kam es dann zum Showdown der Finalisten. In der Vorrunde waren beide Spiele an Andi/Johannes gegangen. Aber: Robert und Ralf hatten sich einiges vorgenommen und wollten, nachdem sie sich noch einmal über die Passfolge unterhalten hatten, richtig angreifen.

Die Spieler wurden von den Zuschauern förmlich belagert. Sogar Barhocker wurden geholt, um sich einen besseren Platz zu verschaffen. Der Adrenalinpegel stieg, in den Adern kochte das Blut. Das kleine weiße Runde wurde eingeworfen, rollte über das Spielfeld und Schwarz schoss zuerst.

Jeder Ball war hart umkämpft, denn wer das Duell in der Mittelreihe gewinnt, ist klar im Vorteil, wenn er den Ball auf der Dreierreihe fangen kann. Doch das war mittlerweile eingespielte Sache. Robert, unser Wetterfrosch , hatte sich in der Abwehr immer besser eingespielt, genauso wie sein Gegenüber Andi. Jetzt kam es darauf an, welcher Angreifer die besseren Nerven hatte. Ob Johannes oder sein Kontrahenten Ralf – für beide galt: Jeder Schuss muss nun sitzen. Jeder Fehlschuss brachte dem Gegner einen Vorteil.

3:3 hieß es bald – ein ausgeglichenes Spiel. Ralf hatte den Ball in der Mitte der Dreierreihe, setzte zum Snake an, daneben. Dieser Fehlschuss wurde postwendet bestraft. Johannes lochte zum 4:3 ein. Doch die Antwort ließ nicht auf sich warten. Mit einem Pin und einem Snake drehte Ralf die Partie. 5:4. Andi parierte einen absolut tödlichen Snake von Ralf, im Gegenzug der Ausgleich. Ein unglücklicher Abpraller führte zum ersten Satzgewinn durch Andi und Johannes. Das Publikum tobte (und das ist an dieser Stelle keine Übertreibung).

Im zweiten Satz kochte die Spannung über. Schnell führten Andi/Johannes mit 3:0. Der Satz schien verloren. Im Finale spielt man übrigens best of Five. Doch durch eine unglaubliche Abwehrleistung von Robert und eine konzentrierten Leistung von Ralf stand es plötzlich 3:3. Die zwei hatten wieder Blut geleckt und zogen auf 5:3 davon. Doch Andi bediente Johannes glänzend mit seinen Pässen. 5:5. Die Zuschauer tobten. Anstoß Robert/Ralf. Direkter Schuss aus der Mittelreihe. Abgeblockt. Johannes verwandelt sicher zum 6:5. Zweiter Satzsieg für die Geo's.

Dritter Satz. Robert und Ralf mussten nun alles in die Waagschale legen, um hier noch mal den sich sicher fühlenden Gegner zu beeindrucken. Wir waren motiviert bis in alle Spitzen, doch mussten wir uns auch im dritten Satz geschlagen geben. Er ging mit 6:2 sehr deutlich an Andi/ Johannes. Der lang anhaltende Applaus galt sicherlich beiden Endspielteams, denn die Zuschauer hatten ein Spiel auf höchsten Niveau gesehen, das wohl unvergessen bleibt.

Die 2. Neumayer-Open haben alle Erwartungen bei Weitem übertroffen und zudem gezeigt, das eine Steigerung gegenüber der ersten Turnierveranstaltung möglich war. Ich, Ralf Geisel kann nun mit ruhigem Gewissen die Turnierleitung an meinen Nachfolger Frank abgeben – verbunden mit der Hoffnung, dass es im nächsten Jahr die  „3. Neumayer Open“ gibt und diese tolle Veranstaltung eine Fortsetzung findet.

Liebe AktaXpress-Leser, ich möchte mich von Euch verabschieden und wünsche Euch viel Spaß mit unseren Nachfolgern.

Letzte Grüße aus der sonnigen Antarktis

Ralf Geisel

 


 

12. Dezember 2014: Post vom 35. Team - Die letzte Woche in Deutschland...

Abreisebereit: Das 35. Überwinterungsteam nach dem Abschlussgespräch am AWI Bremerhaven. Foto: Beate Kuhlmann-Treu, Alfred-Wegener-Institut

Wie doch die Zeit vergeht. Wahnsinn... Kaum kennen wir ein paar nette Kneipen in der "Fishtown Bremerhaven", wie sich die Stadt gern selbst nennt, und haben auch ein paar passable Restaurants aufgespürt, schon sind die vier Monate Vorbereitungszeit zu Ende. Gerade erst haben wir den kürzesten Fahrradweg zum AWI oder zum nächsten 24h-EDEKA gefunden oder DIE Engelbrecht-Bäcker-Filiale mit dem besten Käse-Schinken-Dreispitz aufgespürt – und schon beginnt der zweite Teil des Abenteuers. Wir sind nun endgültig mittendrin, statt nur dabei!

Viele Stunden mit Vorträgen im Institut und Kursen im Hafenlager sind vergangen. Das Abschlussgespräch hat auch stattgefunden. Nach einem kurzen Heimaturlaub sind es jetzt nur noch zwei Tage bis zum Abflug Richtung Kapstadt. Wir werden in München starten. Die Aufregung steigt…

Wir sehen uns in der Antarktis.
Das Überwintererteam 2015


 

Frank (links im Bild) in seinem Element, mit Staumeister Klaus Stehlow. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Annemarie Sticher

Essen für ein Jahr! Foto: Alfred-Wegener-Institut / Annemarie Sticher

26. November 2014 - Post vom 35. Team

Unser Essen geht auf Reisen

Neben unseren persönlichen Kisten, die in Container gepackt und dann in die Polarstern verladen wurden, galt es natürlich auch, die Nahrungsmittel zu packen. Unser Koch Frank hatte sich vorab informiert wie viel von allem noch auf der Station vorhanden ist oder auch schon langsam knapp wird und bestellte entsprechend. Da einige Teammitglieder noch Ausbildungskurse hatten, rückten wir mit vier Mann bzw. Frau an, um das Verladen zu überwachen.

Auf dem Gelände der Lieferfirma für die Nahrungsmittel standen schon sechs weiße 20-Fuß-Container für uns bereit. Zwei waren für die Tiefkühlwaren (-20°C) vorgesehen, die übrigen für die "normalen" Nahrungsmitteln (+5°C). Außer unseren Sachen wurden auch die Nahrungsmittel für die Kohnen-Station verladen. Da sie nur im Sommer bewohnt wird, brauchen sie entsprechend weniger Platz. Während früher die Üwis immer alles auspacken und in die Container stauen mussten, wird es mittlerweile einfacher gemacht. Alles wird schon zusammen verpackt auf Paletten angeliefert und in die Container geschoben.

Neu war in diesem Jahr die Anschaffung von stapelbaren Kunststoffboxen (Inhalt 60 Liter) wo ein Großteil der Ware schon von den Umverpackungen befreit, einsortiert und deklariert wurde, um so weit wie möglich Müll auf der Neumayer-Station zu vermeiden.

Mit Hilfe vom kompetenten und immer gut aufgelegten Staumeister Klaus Strehlow bestand unsere Aufgabe darin alles zu überwachen und aufzuschreiben was in welchem Container ist. Da letztes Jahr relativ viel bestellt wurde, ist noch vieles vor Ort und unsere Bestellung geringer. Daher hatten wir ausreichend Platz. Ein Container blieb sogar ganz leer, er wird für die Frischsachen (Obst, Gemüse) gebraucht, die in Kapstadt angeliefert werden. Leider hatten wir Pech mit dem Wetter, so dass die heiße Suppe zur Mittagspause in der kleinen Küche der Lieferantenfirma gerade recht kam und für etwas Aufwärmung sorgte. Völlig durchnässt waren wir am Nachmittag fertig.

Eure Annemarie und euer Frank.


 

Man begrüßte uns herzlich im Gästehaus des WSV Neustadt. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Petra Gößmann-Lange

21. November 2014 - Post vom 35. Team

Brandschutzkurs - offiziell das Spezialtraining „Atemschutz / Brandabwehr“

Was hörten wir nicht für Gerüchte über diesen Kurs und seine Ausbilder in Neustadt auf dem Gelände der Marine und Bundespolizei bei der Außenstelle für Schiffssicherung der Wasser – und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Dieser Kurs war für uns kein „Abenteuerurlaub“ (Zitat Ausbilder Köster), sondern hatte den Zweck uns für den Ernstfall fit zu machen, falls unsere Neumayer-Station Feuer fängt.

Vorab war die Unterkunft prima und der Bund spart hier ganz sicher nicht an Heizkosten! Das Essen der Marine verlangte doch ein wenig Eingewöhnung ab, wie so manches in dieser Woche.

Am ersten Tag lernten wir gleich unseren neuen Begleiter die Atemschutzmaske kennen, wie auch die Druckluftflaschen und das Tragegeschirr des Pressluftatemgeräts. Alles angeschlossen und auf den Rücken gehievt (immerhin 16 kg), ließ man uns Treppen steigen, joggen, in Reih und Glied aufstellen, Kniebeugen und Liegestützen machen, menschliche Schubkarre fahren und wieder Treppen steigen. Nach Abnahme der Ausrüstung sehnte sich manch einer sogar wieder unter die Maske.


 

Video des Teams mit "Idefix" in Aktion

Das Video zeigt, wie das Üwi-Team IFEX3000 verschießt. Das sind 6 Liter Wasser pro Schuss, die über dem Brandherd vernebelt werden und dem Feuer so die Energie rauben. Infolgedessen braucht man nur noch die Hälfte an Löschpulver. Kamera: Alfred-Wegener-Institut / Markus Eser


 

Ein weiteres Highlight war die Leck-Sicherung. Sollte dies auf Neumayer angewendet werden müssen, wären wir schon ziemlich verloren, aber mit dieser Übung testete man unsere Nerven, Ausdauer und Teamfähigkeit, wohl gemerkt unter viel Gelächter der Ausbilder und Betreuer. Die Leck-Sicherung fand auf der „Ex-Köln“ alias „Hulk“ statt und war nichts anderes als Loch im Boot mit Holz und Matten flicken. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und jede Gruppe bekam ein Abteil mit Leck zu gewiesen. Die Leck-Sicherung im Trockenem war noch ganz entspannt und brachte meist gute Ergebnisse. Manch einer brauchte danach eine Pause – da war der Ausbilder platt, die anderen bereiteten sich auf das Wasser vor. Und dann hieß es Wasser marsch und es sprudelte ganz wild und die „Theorie im Trockenem“ wollte nicht mehr so ganz klappen. Warum wollen wir hier jetzt nicht näher vertiefen, aber wir gingen doch ganz schön baden. Und wenn sich erst einmal eine Wathose mit Wasser füllt, dann weiß man auch nicht mehr ob man nun schwimmt oder taucht und wenn man dann noch Holzteile um einen rum im Wasser dümpeln, dann ist da ordentlich was schief gegangen. Nach vier nassen Fehlversuchen wurden wir dann erlöst und gleich eine Etage tiefer ins Schottöffnen eingewiesen. Da standen wir schon wieder bis zur Brust im Wasser und wehe dem dessen Wathose nicht dicht war!

Nach diesem nassen Spaß ging es dann ans Feuer – in der Theorie und Praxis. Insgesamt verpulverten wir 80 Feuerlöscher (70 Pulverlöscher und zehn CO2-Löscher), ca. 15  Druckflaschen, kassierten zig blaue Flecke und Handgelenk/Daumen lernten die Kraft des „IFEX“ alias „Idefix“ kennen. Der „Idefix“ ist eine Art Wasserpistole, mit der man mit hohen Druck feinste Wassertröpfchen abschießt, die einen unter qualm stehenden Raum abkühlen und zur Sichtverbesserung beitragen. Wir löschten brennende Fässer, Wannen und Helikopter, wie auch brennende Personen, wurden mehr und mehr zu einem Trümmerhaufen, Pumuckel, Erdnuckel und Frettchens. Stolperten, im wahrsten Sinne des Wortes, blind im Hitzeschutzanzug in eine Kombüse und andere Schiffskammern um Brände zu bekämpfen. Mit Hilfe des Idefix verschossen wir mit voller Wucht feinste Wassertröpfchen um Temperaturen zu verringern, Sichtweiten zu verbessern und um dem „Pulverzwerg“ das Nähern zum Feuer zu erleichtern, welches anschließend erstickt wurde. Wir wurden Eins mit dem Atemschutzgerät, erklommen die Endlosleiter, zogen Gewichte (den sogenannten Hammer) und krabbelten durch nebelige Käfige mit Treppen, Luken, Ecken, Röhren und Rampen.

Wir litten und kämpften und hielten zusammen, der Schritt zur „Hulk“ wurde von Tag zu Tag langsamer, wir jammerten leise und bekamen doch jedes gelegte Feuer in den Griff. Auch die Personenbergung mit und ohne Feuerwehrschlauch übten wir.

Nach diesen Erfahrungen durfte am Ende auch nicht der Eintrag ins Gästebuch fehlen! Beim Blättern durch die Beiträge unserer Vorgänger fanden wir das Repertoire unseres Ausbilder wieder, welches wir in Spruch und Gebrüll zu hören bekommen hatten. Damit hatten wir das „komplette Wohlfühlprogramm“ à la Köster überstanden.

Am letzten Abend luden wir zum Grillen und saßen versöhnlich im Kreise, hörten Witze zum Schütteln und bekamen am Ende eine persönliche Entschuldigung für all’ die „Beleidigungen“ mit Händedruck, von dem jeder die „Idefix-kaputte-Hand“ nochmal schön zucken lies.

Es waren sehr lehrreiche Tage!

Fazit: Wir werden alle Brandschutzmaßnahmen auf Neumayer strengstens kontrollieren und uns in Brandbekämpfung fit halten, denn wir wollen absolut kein noch so kleines Feuer auf Neumayer!

Steckt eure Handy-Ladegeräte aus, wenn sie nichts laden und eigentlich alle Standby-Geräte, die brennen öfter als man denkt!

Eure Elke.


 

weitere Fotos

Der Schulungsraum mit aufmerksamen ÜWIs und Neumayers Brandschutzplänen. Wo bleibt denn der Ausbilder? Pünktlichkeit wird großgeschrieben! Foto: Alfred-Wegener-Institut / Elke Ludewig

Die Schatzkammer alias Schutzkleidungsausgabe. Da gab's dann Helme, Stiefel, Blaumänner, Jacken und Handschuhe. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Elke Ludewig

Neun ÜWIs vor der Ex-Köln alias Hulk. Danach wurde kräftig an der Brandbekämpfung gearbeitet! Foto: Alfred-Wegener-Institut / WSV Neustadt

Und jetzt Marsch das Treppenhaus rauf und runter! Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel

Lecksicherung mit Wasser - Versuch 1: Andreas, Elke, Frank und Petra gingen baden mit ihrer Leck-Reparatur, da half auch kein Tauchen mehr. Der T-Balken saß perfekt, nur irgendwie nicht ganz an der richtigen Stelle .... Von Versuch zu Versuch wurde es nasser aber nicht besser. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Jens-Peter Biethan

Lecksicherung mit Wasser - Versuch 1: Andreas, Elke, Frank und Petra gingen baden mit ihrer Leck-Reparatur, da half auch kein Tauchen mehr. Der T-Balken saß perfekt, nur irgendwie nicht ganz an der richtigen Stelle .... Von Versuch zu Versuch wurde es nasser aber nicht besser. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel

Teamarbeit! Öffnen eines Schotts einer überfluteten Kammer. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel

Der IFEX alias "Idefix". Klein aber oho! Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel

Der "Idefix" und Andi kurz vor dem Abschuss. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Annemarie Sticher

Von links nach rechts: Alle kümmern sich um das Befüllen und um die Ventile des "Idefix" während Annemarie bereit ist zu feuern! Markus wird die "Wasserkanone" erklärt. Und Achtung Rückstoß - doch Bettina steht beim Abschuss wie ein Fels. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Elke Ludewig

Von links nach rechts: Alle kümmern sich um das Befüllen und um die Ventile des "Idefix" während Annemarie bereit ist zu feuern! Markus wird die "Wasserkanone" erklärt. Und Achtung Rückstoß - doch Bettina steht beim Abschuss wie ein Fels. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Elke Ludewig

Von links nach rechts: Alle kümmern sich um das Befüllen und um die Ventile des "Idefix" während Annemarie bereit ist zu feuern! Markus wird die "Wasserkanone" erklärt. Und Achtung Rückstoß - doch Bettina steht beim Abschuss wie ein Fels. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Elke Ludewig

Petra und Peter im Hitzeschutzanzug nach erfolgreicher Löschung auf der "Hulk". Foto: Alfred-Wegener-Institut / Annemarie Sticher

Die Benzin-Dieselwanne galt es zu löschen. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel

Zum ersten Mal einen Helikopter gelöscht! Unser Ausbilder Köster führt Elke an die Löschung eines Helikopters heran (links). Das funktioniert mit einem Pulverlöscher! Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel

Ersticken der Flammen im Team mit IFEX, in der Hand von Peter, und Annemarie mit Pulverlöscher. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Andreas Leonhardt

Am ersten Tag in der Brandschutzhalle ... und schon eine Charge verbraucht. Leere Pulverlöscher werden abtransportiert. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Markus Eser

Gleich brennt der arme schwere Eisenmensch. Löschen mit der Decke. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Markus Eser

Gleich brennt der arme schwere Eisenmensch. Löschen mit der Decke. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel

Gleich brennt der arme schwere Eisenmensch. Löschen mit der Decke. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel

Trocken-Leistungs-Übung mit Atemschutzgerät an der Endlosleiter. Danach ging es in dieser Montur in den verrauchten dunklen Käfig. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Peter Oertel


 

13. November 2014: Post vom 35. Team - Die Skidoo-Einweisung

Das Lynx-Schneemobil auf einer Holzpalette stehend im AWI-Hafenlager in Bremerhaven. Foto: Elke Ludewig, AWI

Einweisung: Holger erklärt uns in aller Ruhe die Details. Foto: Elke Ludewig, Alfred-Wegener-Institut

Wer kann schon sagen, ein Skidoo an der Küste in einem Hafenlager auf einer Holzpalette weit weg von Schnee gesehen zu haben? Wir ÜWIs! Auch wenn wir im AWI-Hafenlager in Bremerhaven nicht die Möglichkeit hatten, eine Runde mit der blauen „Lynx 69 Yeti 600 ACE“-Schneemobil zu drehen - so war es doch schön, unseren zukünftigen fahrbaren Untersatz kennenzulernen, samt Motorengeräusch!

Erstaunlich war, wie leicht man die ganze Verkleidung abbauen kann, um den Motor freizulegen. Jetzt heißt es dann nur noch, an der Neumayer-Station schnell Fahrpraxis zu gewinnen.... Und Vorsicht – Zündschlüssel nicht verlieren! ... Achtung vor schrägem Gelände! ... Checkt den Tank und die Ölanzeige! ... Lasst euch von der Elektronik keinen Streich spielen! ... Passt auf eure Patschehändchen auf, damit sie trotz Lenkradheizung nicht erfrieren! ... Checkt den Boden, bevor ihr absteigt! Und meldet Probleme unserem Peter und Markus, die unsere Skidoos bei Laune halten werden! Auf dass wir nie eines der Schneemobile abschleppen müssen!

Wir sehen uns im Eis, Lynx!

Bis bald,

Eure Elke.


 

4. November: Im Müllcontainer

All diese Stapel Pappe und Papier müssen in den Container. Luftchemikerin Kerstin Schmidt und Koch Ralf Geisel nehmen die Herausforderung an. Foto: Holger Bauer, Alfred-Wegener-Institut

Klein kann auch ein Vorteil sein. Luftchemikerin Kerstin Schmidt erreicht auch den hintersten Winkel, Koch Ralf Geisel reicht ihr die zu verstauenden Pappestapel. Foto: Holger Bauer, Alfred-Wegener-Institut

Jedes Stückchen Abfall muss mit! Ein Blick in den Müll- und Altpapiercontainer der Neumayer-Station III. Foto: Ralf Geisel, Alfred-Wegener-Institut

Dass das Leben auf Neumayer III sehr autonom vonstatten geht, ist ja mittlerweile bekannt. Dass es keinen Supermarkt um die Ecke gibt auch. Eine Müllabfuhr gibt es übrigens auch nicht. Diese Arbeit wird normalerweise hauptsächlich von den Technikern erledigt, die den Müll in Containern sammeln. Diese werden dann im Sommer mit Polarstern nach Südafrika verschifft und der Abfall dort wieder sortiert und entsorgt. Wir Wissenschaftler haben normalerweise das Privileg, all unseren Müll einfach zum Sammelpunkt bringen zu können. 

Manchmal dürfen wir aber auch mithelfen. Und wenn kleine Leute gebraucht werden, die gut klettern können, um auch die hinterste Ecke des Müllcontainers nutzen zu können, passt die Jobbeschreibung natürlich genau auf mich. Neben der Tätigkeit in der Luftchemie, bei der immer sehr sauber gearbeitet werden muss, ist diese Aufgabe auch eine nette Abwechslung im Alltag, bei der es dann auch mal ordentlich stauben kann. 

So machten Ralf und ich uns also eines Morgens auf in die Garage, bewaffnet mit jeder Menge Altpapier und Pappe. Die war natürlich größtenteils bereits zerlegt, damit alles nur noch reingestopft werden musste. Im Container kletterte ich dann auf den Haufen, und los ging das große Stopfen! Ein Karton nach dem anderen, die fleißig von Ralf angereicht wurden. Dieses Teamwork hat so gut funktioniert, dass man am Ende kaum einen Unterschied zwischen vorher und nachher erkennen konnte. Lediglich die Luftchemikerin, die erschöpft auf dem Haufen lag, gehörte wohl nicht wirklich in den Container. 

beste Grüße

Kerstin

 

 


 

3. November 2014: Post vom neuen Team - Der Kettensägenkurs

Unser Koch Frank zeigt sofort, wie e€™s geht! Foto: Elke Ludewig, Alfred-Wegener-Institut

Spalten in einen Balken schneiden. Bettina kontrolliert die Säge auch unter Spannung. Foto: Elke Ludewig, Alfred-Wegener-Institut

Im Vorfeld unseres Kettensägenkurses haben wir diesen Teil unserer Ausbildung noch scherzhaft “Das Kettensägenmassaker“ genannt. Doch der bittere Ernst holte uns dann  schnell ein, als uns unsere Ausbilder an der Dekra Akademie Bremerhaven zum Auftakt des Kurses mit Fotos und Filme konfrontierten, die eine große Bandbreite an Unfällen mit Kettensägen zeigten.

Anschließend lernten wir von ihnen, wie wir Motorkettensägen pflegen und reparieren, welche Schneid-, Säge- und Schnitttechniken es gibt, welche Verantwortung und Pflichten ein Kettensägenführer hat und welche körperlichen Voraussetzungen man erfüllen muss, wenn man eine Säge einsetzen möchte. Natürlich durfte auch die Schutzausrüstung nicht fehlen: Es ist schon faszinierend, wie eine Schnittschutzhose die Kettensäge zum Stillstand bringt!

Neben all’ der Theorie (und die blutigen Bildern im Hinterkopf) durften wir dann auch praktische Erfahrung sammeln. Wir haben dutzende Holzbalken in kleine Blöcke und Spalten in Bretter geschnitten – und fragen uns insgeheim, wem wir da wohl die Feuerholzproduktion erleichtert haben?

Jetzt mag sich vielleicht der ein oder andere Leser fragen, wieso wir als Überwinterer überhaupt eine Kettensäge brauchen. Schließlich ist an der Neumayer-Station III weit und breit kein Baum zu finden - und wir heizen auch nicht mit Holz. Nun ja, so eine Kettensäge kann problemlos unser natürliches Baumaterial - Eis und festen Schnee - schneiden. Sie erleichtert uns auf diese Weise, Kabel zu verlegen oder Eisblöcke herauszuschneiden, welche dazu dienen, unsere Messinstrumente anzuheben, damit diese nicht aufgrund des Schneezutrages versinken. Und die Geophysiker müssen damit ihre „Messhöhlen“ instandhalten. Mehr werden wir dann auf Neumayer sehen und berichten!

Auf alle Fälle sind wir nun offiziell berechtigt, eine Motorsäge zu nutzen, zertifiziert mit der Urkunde „Motorsägentechnik und Unfallverhütung mit Schneidwerkzeugen im Kommunalbereich und in der Forstwirtschaft“!

 

Schöne Grüße,

Eure Elke


 

weitere Bilder:

 

Powerfrau Annemarie zerkleinert alles! Foto: Elke Ludewig, Alfred-Wegener-Institut

Markus, wie immer die Ruhe selbst. Foto: Elke Ludewig, Alfred-Wegener-Institut

Nachdem wir die Säge stumpf geschnitten hatten, mussten wir die Kettensäge auch noch warten. Hier schleift Peter geduldig die Zähne der Kette. Foto: Elke Ludewig, Alfred-Wegener-Institut


 

20. Oktober 2014: Post vom 35. Team - Die ersten Kisten gehen auf die Reise…

Die Multifunktions-Kiste passt. Andi (in der Kiste) und Elke schafften viel Platz für unser "€žSperrgut"€œ. Z.B. Langlaufski, Musikinstrumente und andere Sportgeräte. Foto: Elke Ludewig, Alfred-Wegener-Institut

Angekommen im Hafenlager. Foto: Peter Oertel, Alfred-Wegener-Institut

Geschafft: Der Zoll hat alles abgesegnet und wir haben alle Papiere zusammen! Foto: Peter Oertel, Alfred-Wegener-Institut

... nun ja, nicht wirklich. Weil der Transporter, nämlich der Eisbrecher "Polarstern", erst vor kurzem aus Tromsö (Norwegen) zurück in Bremerhaven eingetroffen ist und zur Zeit für Wartungsarbeiten in der Lloyd-Werft im Trockendock liegt.

Aber unsere 32 Kisten mit unseren persönlichen Sachen haben bereits die EU-Außengrenze in Bremerhaven in Form des Freihafens erreicht. Im Freihafen stehen Tausende von Autos, die von irgendwoher ankommen oder irgendwohin verschifft werden. Außerdem findet man Werften, Errichterschiffe für Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee und Terminals für die riesigen Containerschiffe aus aller Welt, die dort entladen (gelöscht) und beladen werden.

Und dort steht auch das AWI-Hafenlager in dem alle Frachten für die Forschungsschiffe und Polar-Stationen gelagert werden. Der Zoll kann dort jederzeit kontrollieren, was da so herum steht, und er muss von jedem Ding Bescheid wissen, was es ist und woher bzw. wohin es gehen soll. Die Durchführungsvorschriften zur Einhaltung der Zollbestimmungen sind im letzten Jahr etwas komplizierter geworden und so mussten wir schon sehr früh unsere Kisten gepackt haben.

Das bedeutet, dass man für jede seiner Kiste eine Pack-Liste haben muss und für alle Kisten zusammen eine Frachtliste, auf der das Gewicht, der Inhalt und der Wert jeder Kiste vermerkt ist. Wenn man das alles hat, bekommt man eine Statusliste zurück, die man zwingend benötigt, möchte man seine Kisten nach der Rückkehr wieder nach Deutschland einführen. Folglich kann man nicht mit mehr Kisten zurückkommen als man ursprünglich ausgeführt hatte. Es will also gut überlegt sein, was reinkommt in die 80x60x40 cm großen Aluboxen. Denn wenn die einmal im Hafenlager abgegeben sind, kommt man nicht mehr an sie heran und kann auch nichts mehr dazu packen oder herausnehmen.

Oft wurden wir die letzten Tage gefragt: „Was nehmt ihr denn eigentlich alles mit auf die Station?“ Nun, das gestaltet sich sehr unterschiedlich. Benötigt der eine nur eine einzige Kiste, können es beim anderen gleich fünf Kisten sein. Aber hier einmal ein paar unsortierte Stichworte als Beispiele: Langlaufski, Kuschelkissen, Kuscheldecke, Strickzeug, Schlagzeug, Dudelsack, Desktop-PC, Kosmetika, Saxophon, Leseleuchten, Musikinstrumentenbausatz, Ölmalzeug, Leinwand, Küchenmesserset, E-Bass, Golfschläger, Tischtennisschläger, Festplatten, Monitor, WII und vieles anderes…

Wir hoffen auf alle Fälle, dass wir nichts Wesentliches vergessen haben und wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit ihnen auf  Neumayer. Natürlich Vollzählig!

beste Grüße

Markus Eser


 

14. Oktober 2014: Post vom 35. Team - Das Logo ist fertig

Markus Eser und Jens Biethan beim Verkauf der Teamartikel. Foto: Andreas Leonhardt

Das Logo des 35. Überwintererteams.

Die Aufnäher des 35. Überwintererteams. Foto: Andreas Leonhardt, Alfred-Wegener-Institut

Jedes Jahr ist das Erstellen des ÜWI-Logos eines der ersten “Team-Projekte”. Es wird für die ÜWI-Poloshirts, Aufkleber und sonstige Merchandising-Produkte verwendet, die jedes ÜWI-Team individuell aussucht und deren Produktion es auch selbst organisiert.

Während des Bergkurses setzten wir uns abends zusammen und “brüteten”. Es ist nicht leicht, jedes Jahr etwas einigermaßen Neues zu entwickeln, denn die 34 Teams vor uns haben sich ja auch schon die Köpfe zerbrochen. Dazu kommt in diesem Jahr auch noch, dass die Gepäckabgabe für den AWI-Eisbrecher “Polarstern”, der uns mit Gütern beliefert, extrem früh erfolgt, weil sich diverse Zollbestimmungen geändert haben. Das bedeutet extremer Termindruck für uns. Denn produziert werden müssen die ganzen Sachen ja auch noch und dann auf das Schiff, damit wir auch etwas verkaufen können. Denn die Sommergäste und die Schiffs- und Flugzeugbesatzungen gehören zu unseren “Hauptkunden”.

Aber auch wir haben es geschafft: Hier ist das Logo des 35. Überwinterungteams

Wir haben uns für die Darstellung der Station an der Schelf-Eiskante entschieden. Im Hintergrund ist das Sternbild des “Kreuz des Südens” abgebildet, welches man in Mitteleuropa nicht sehen kann.

Dazu kommen noch ein paar hübsche Polarlichter, die uns hoffentlich reichlich leuchten werden.

Umrandet wird es mit ein wenig Text und dem AWI-Logo.

Der Entwurf stammt von uns und grafisch in Reinform gebracht hat das Ganze eine befreundete Grafikerin von Markus, unserem Elektrotechniker. Ihr sei an dieser Stelle nochmal herzlichst gedankt für die prompte Zusage und für Ihre Unterstützung bei der Umsetzung noch während eines Telefonats vom Gletscher im Ötztal am Abend unseres Biwaks. Wir danken auch unserer Werbeproduktion, die mit viel Geduld und Zeitdruck unsere Aufträge abgearbeitet hat.

Wir hoffen Euch gefällt es so gut wie uns!

Markus Eser

 

Nachtrag: Die verschiedenen Produkte sind mittlerweile geliefert worden und im Verkauf. Hier seht ihr Bilder. Zu kaufen gibt es das Ganze bei uns und beim Pförtner im Gebäude D des AWI in Bremerhaven – natürlich nur so solange der Vorrat reicht.

Die Preise – ohne Versandkosten:

  • Tasse mit Logo auf Vorder- und Rückseite: 10 Euro
  • Poloshirts (Größen M-L-XL): 25 Euro
  • Aufnäher (gewebt): 5 Euro
  • Aufkleber: 0,50 Euro / Stck.
  • Aufkleber: 2 Euro / 5 Stück

 

 

 

 


 

Die Tasse des 35. Überwintererteams. Foto: Andreas Leonhardt, Alfred-Wegener-Institutes

Das komplette Verkaufssortiment. Foto: Andreas Leonhardt



 
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Das Überwintererteam 2015

Petra Gößmann-Lange (Stationsleiterin / Ärztin)

Peter Oertel (Betriebsingenieur)

Markus Eser (Elektrotechniker)

Dr. Jens-Peter Biethan (Elektroniker/IT)

Frank Wienekamp (Koch)

Dr. Bettina Nekat(Luftchemikerin)

Dr. Elke Ludewig (Meteorologin)

Annemarie Sticher (Geophysikerin)

Andreas Leonhardt (Geophysiker)