ARK-XXVI/3, Wochenbericht Nr. 8
26. September - 2. Oktober 2011
Unsere Expedition geht zu Ende. Anfang der Woche erlebten wir ein Déjà-vu mit der Bergung zweier weiterer Verankerungen, die ähnlich wie die am Beginn der Reise nach Betätigung der Auslöser nicht von alleine an die Oberfläche kamen und daher per Bootsmanöver mit einer Schleppleine eingefangen werden mussten.
Auch diesmal mit Erfolg - und man darf behaupten, dass diese Verankerungen von keinem anderen Schiff als Polarstern und seiner Besatzung hätten geborgen werden können. Die erste Datensicht ergab, dass teilweise Zeitreihen über vier Jahre aufgezeichnet wurden. Damit stellte die Bergung dieser Verankerungen einen bisher einmaligen Schatz an Langzeitbeobachtungen im zentralen Arktischen Ozean sicher.
Spannende Messungen gab es noch zum Schluss in der Laptewsee, wo wir die eindrucksvollen Temperatur- und Salzgehaltskontraste beobachten konnten, die sich durch den Zusammenfluss zweier Stromarme entwickeln. Beide Stromarme stammen aus dem Atlantik, aber während der eine seinen Weg durch die Framstraße nimmt und seine hohe Temperatur und seinen Salzgehalt halbwegs beibehält, fließt der andere durch die flache Barentssee, wo er sich erheblich abkühlt und mit salzarmem Wasser aus den kontinentalen Abflüssen vermischt.
Wir haben durch unser großräumiges Beobachtungsnetz auf dieser Reise ausmachen können, dass sie sich weiter östlich wieder trennen und - anders als bisher angenommen - auf unterschiedlichen Pfaden den gesamten Arktischen Ozean durchströmen, um dann erst in der Framstraße wieder aufeinander zu treffen.
Anschließend traten wir die lange Heimreise an – verschönt durch einige wenige Nächte mit klarem Himmel und Nordlichtern. Mittlerweile aber kämpfen wir uns durch die zeitgemäßen herbstlichen Sturmtiefs im Nordatlantik und wir freuen uns, Mitte dieser Woche in Bremerhaven einzutreffen.
Mit einem letzten herzlichem Gruß von Polarstern,
Ursula Schauer






