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ARK-XXV/3

FS „POLARSTERN“ ARK-XXV/3

Reykjavik – Bremerhaven

Wochenbericht Nr. 1

- 01.08. bis 08.08.2010 -

 


 
RV Polarstern in the port of Reykjavik

FS Polarstern im Hafen von Reykjavik (Foto: M. Koch)

Der 3. Fahrtabschnitt der 25. Arktisreise des FS Polarstern führt in die nördliche Baffin Bay und ist geowissenschaftlichen Fragen gewidmet. Gemeinsam wollen die 34 Wissenschaftler und Techniker aus Hannover, Bremerhaven und Leipzig mit vielfältigen geophysikalischen Verfahren geologische Strukturen in der Region untersuchen und Sedimentproben des Meeresbodens analysieren. Die Ergebnisse sollen darüber Aufschluss geben, wie sich die Abtrennung Grönlands von Nordamerika beginnend vor ca. 65 Mio Jahren im Verlauf der Erdgeschichte vollzogen hat. Bislang vorliegende Modelle der plattentektonischen Entwicklung für diesen Teil der Arktis lassen noch zahlreiche Fragen offen, bedingt dadurch, dass nur wenige Daten über die tiefere Erdkruste dieser bislang wenig erkundeten Region verfügbar sind. Unsere Arbeiten sollen als integrierter Bestandteil des deutschen Polarforschungsprogramms zum Verständnis der geologischen Entwicklung der Arktis und der arktischen Randmeere beitragen.

 

 


 
Instructions during safety training

Während des Sicherheitstrainings (Foto: M. Koch)

Zusammen mit unseren drei kanadischen Gastwissenschaftlern des Geological Survey of Canada  befinden wir uns seit dem 31. Juli an Bord des FS Polarstern und haben am 1. August Reykjavik mit Kurs auf die Südspitze Grönlands verlassen. Die 8 Tage Transit in das eigentliche Messgebiet waren ausgefüllt mit der Installation der geophysikalischen Geräte und Einrichten der Labors, Erprobung der später einzusetzenden Geräte  und natürlich der obligatorischen Sicherheitsunterweisung. Obgleich die meisten der Kollegen noch nicht bzw. sehr lange nicht auf der  Polarstern gefahren sind, haben wir uns dank des optimalen Raumangebotes an Bord und der freundlichen und stets hilfsbereiten Mannschaft in kürzester Zeit bestens eingewöhnt. Nachdem nun alle Vorarbeiten weitgehend abgeschlossen sind, läuft in einigen Bereichen bereits der routinemäßige Messbetrieb. Neben bathymetrischer Datenerfassung haben wir auch entlang eines ersten Profils geomagnetische Daten aufgezeichnet.

 

 

 

 

 


 
Analysing first bathymetric data (photo M. Koch)

Analyse der ersten bathymetrischen Messdaten (Foto: M. Koch)

Die ersten Eisberge liegen bereits hinter uns und wir führen derzeit letzte Testläufe einzelner wissenschaftlicher Geräte ca. 100 sm vor der kanadischen Küste durch. Im Laufe des Tages werden wir dann bei hoffentlich weiterhin guten Wetterbedingungen die angekündigten Walbeobachter per Helikopter aus Clyde River an Bord nehmen, um im Anschluss daran auch unsere ersten reflexionsseismischen Messungen beginnen zu können. Die Beobachter werden kontinuierliche Walbeobachtungen während unserer Arbeiten durchführen. Damit erfüllen wir eine Auflage, die uns das kanadische Außenministerium und die verantwortlichen Behörden der autonomen Provinz Nunavut mit der Forschungsgenehmigung für unsere Arbeiten erteilt haben. Aktuell ist aber (trotz fristgerechten Einreichens aller Unterlagen und umfassender Prüfung und Genehmigung durch alle zuständigen kanadischen Behörden) noch unsicher, ob wir unsere Untersuchungen wie geplant durchführen können. Während unserer 10-wöchigen Reise ist zwar kein Hafenaufenthalt vorgesehen, wir hoffen aber darauf, dass sich noch die Gelegenheit bieten wird, mit Vertretern der lokalen Inuit-Gemeinden in Dialog zu treten und sie gegebenenfalls auch an Bord über unsere Arbeiten umfassend zu informieren.

An Bord sind alle gesund und grüßen nach Hause

 

Volkmar Damm                                                     08. August 2010, vor Baffin Island,  6°C


 
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